No Shirt, No service

24. bis 28. Juni
https://tickets.fusion-festival.de

Achtung: Ticketbetrug
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followtheV
Beiträge: 323
Registriert: Mi 8. Mai 2019, 15:47

Re: No Shirt, No service

Beitrag von followtheV »

jedes jahr wieder :lol:
leben und leben lassen, oder?
Cloudy3
Beiträge: 16
Registriert: Mo 15. Jun 2026, 19:06

Re: No Shirt, No service

Beitrag von Cloudy3 »

ich wollte mal ein paar Gedanken dalassen, die mir zu dem Thema schon länger durch den Kopf gehen. Vorab: Mir persönlich ist Awareness super wichtig und ich nehme das Problem, wie Frauen permanent hypersexualisiert werden, absolut ernst. Gerade deshalb finde ich aber, dass wir uns ganz offen fragen müssen, ob diese 'No-Shirt-NoService"-Regel wirklich der richtige Weg ist. Wenn ich das mal logisch durchdenke, stolpere ich da einfach über ein paar Widersprüche:

- Das fängt für mich schon bei der Umsetzung an: Wer genau entscheidet, wer Mann, Frau oder non-binär ist und wer dementsprechend die Nippel zeigen darf? Das führt doch automatisch zu total unangenehmem Schubladendenken. Und wo ist eigentlich der Punkt, an dem wir sagen: "Okay, jetzt ist es wieder okay"? Wenn die Benachteiligung zu 100 Prozent weg ist? Zu 80 Prozent? Nur auf Festivals oder gesamtgesellschaftlich? Ich habe ein bisschen Sorge, dass wir uns damit am Ende nur darauf einstellen, den menschlichen Körper kollektiv wieder auf unbestimmte zeit zu verhüllen.

- Weiter oben wurde darauf hingewiesen, dass es einen Unterschied (in der zweckmäßigkeit von Nackheit) zwischen Duschen/Badestellen und der Tanzfläche/bars gäbe. Aber ganz ehrlich: Die strukturelle Benachteiligung von Frauen hört am See ja leider nicht magisch auf (gerade erst habe ich wieder von Filmaufnahmen von Männern von nackten Frauen am Kanal gehört). Wenn man konsequent wäre, müssten Männer also auch dort ihre Shirts anlassen. So wie es jetzt geregelt ist, wirkt es auf mich einfach ziemlich willkürlich und eher symbolisch. Zumal körperlicher Ausdruck, Ästhetik und ja, auch Sexualität und damit Nacktheit, auf einer Tanzfläche schon immer irgendwie dazugehört haben.

- Ich tue mich generell schwer mit der Idee, eine Gruppe dadurch besserzustellen, dass man einer anderen Gruppe Freiheiten wegnimmt; anstatt dafür zu kämpfen, dass alle diese Rechte bekommen. Wenn man das mal etwa auf den Iran überträgt: Nach der Logik müssten Männer dort aus Solidarität anfangen, sich die Haare zu verhüllen, anstatt gemeinsam dafür zu kämpfen, dass Frauen rumlaufen können, wie sie wollen. Das wäre für mich ein total regressives Konzept, aber es ist vom Prinzip genau das gleiche was einige wenige (laute) für die Fusion fordern.

- Gerade die Fusion soll doch ein utopischer Ort sein, wo wir Sachen anders machen. Je mehr Frauen und menschen allgemein sich ganz selbstverständlich oben ohne bewegen, desto normaler wird es doch. Wenn wir jetzt anfangen, Kleidung zu erzwingen, führt das meiner Meinung nach nicht zu einer Normalisierung, sondern eher zu noch mehr Tabuisierung und am Ende erst recht zur Sexualisierung (sieht man ja generell an der Wahrnehmung der weiblichen Brust). Ein solidarisches "Free the Nipples" für alle Geschlechter wäre für mich der viel progressivere und freiheitlichere Weg.

Mein Eindruck ist einfach, dass diese Idee damals mit gutenAbsichten in die Community getragen wurde, man sich jetzt aber ein Stück weit darin verrannt hat und manche total verbissen daran festhalten. Dabei will die Mehrheit, so wie ich das wahrnehme, eigentlich nur, dass jeder Mensch so rumlaufen kann, wie er oder sie sich wohlfühlt.
Es ist überhaupt kein Versagen, sondern im Gegenteil ein Zeichen von echter Reflexion und Stärke, wenn man als linke Szene merkt: 'Hey, das Konzept ist in der Praxis vielleicht nicht so aufgegangen wie erhofft, lasst uns das nochmal neu denken.“ Ein bisschen weniger Dogma und dafür mehr lösungsorientierter Austausch auf Augenhöhe würde uns hier, glaube ich, allen guttun.
Leandra2024
Beiträge: 26
Registriert: Di 14. Mai 2024, 19:03

Re: No Shirt, No service

Beitrag von Leandra2024 »

ich bin als Frau ganz viel oben ohne auf der Fusion rumgelaufen! Es war sehr angenehm, vor allem auch in Kombination mit etwas Nassem. Ich habe auf der Fusion nur tolle Erfahrung damit gemacht (auch bei vergangenen Fusions) . Gleichzeitig fand ich es wirklich befremdlich wie viele Menschen in unangenehmer Kleidung stecken geblieben sind...(auch die allerallermeisten Männer) ...mir tat das leid, das Wetter war so viel besser zu ertragen mit nassem, offenem Hemd! Ich kann nur sagen: traut euch, Mädels! Nehmt euch eurer Recht, ich mache es auch so oft wie möglich an Seen etc.

Ansonsten nervt mich das Argument,auf sein Privileg verzichten weil andere es nicht haben, sehr... wo tun wir das sonst so? Ich sage mal aus dem blauen heraus: 80 % der Menschen können nicht Reisen, weil falscher Pass, kein Geld... wer verzichtet deswegen auf seine Reise?
lord_denti
Beiträge: 5
Registriert: Di 30. Jun 2026, 14:07

Re: No Shirt, No service

Beitrag von lord_denti »

Ich habe eine Frage, die nicht rhetorisch ist oder provokant gemeint ist, sondern mit der ich einen Standpunkt besser verstehen möchte: Einige Menschen haben hier im Thread geschrieben, dass sich männlich gelesene Personen die Nippel ankleben sollten, wenn sie okf rumlaufen. Was ändert das? Geht es darum, dass Nippel irgendwie ein sexualisiertes Symbol sind?
followtheV
Beiträge: 323
Registriert: Mi 8. Mai 2019, 15:47

Re: No Shirt, No service

Beitrag von followtheV »

lord_denti hat geschrieben: Di 30. Jun 2026, 14:49 Geht es darum, dass Nippel irgendwie ein sexualisiertes Symbol sind?
Das wäre das Thema, was aus USA&Social Media rüber schwappt.
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