Brot mit Hummus sucht Ticket

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brot_mit_hummus
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Brot mit Hummus sucht Ticket

Beitrag von brot_mit_hummus »

Ich wünsch mir Freiheit schon seitdem ich ins Supermarkt Kühlregal gesetzt wurde.
Mein Onkel Humbi hat ununterbrochen davon erzählt dahin zu gehen wo noch nie ein Hummus zuvor war.
Für ihn trage ich diesen Traum weiter.

Täglich musste ich miterleben wie meine Brüder und Schwestern uns entrissen wurden.
Für all das sind die unsymetrischen Bobsel verantwortlich. Einer nach dem anderen wurde uns genommen.
Bis zum heißen hellen Vorzimmer hat unsere Kichernde Kommunikation noch gereicht.
Musabba hat mir noch von einem grellen Licht beim verlassen des Vorraums berichten können.
Manche wurden von den Bobseln in die (ewige?) Dunkelheit platziert.
Mir reicht es, welch terror musste ich aushalten. Wieso musste gerade ich neben dem schroffen Taifun Tofu zurückbleiben.

Noch in Gedanken entriss auch mich ein viel zu lang anmutender Bobsel meinem kühlen Zuhause.
Als wäre das nicht schlimm genug liess er mich prompt fallen.
Mir war es als würden Sesamkörner um meinen runden Leib kreisen so schwindelig wurde mir davon.

Noch im hellen vorraum wurde ich in die Dunkelheit gesteckt.
Da dachte ich bereits, es sei um mich geschehen.

Es ruckelte und zuckelte ununterbrochen in diesem engen dunklen und heißen Behälter.
Alles was ich hören konnte waren anfangs aufgeregt Bobsellaute.
Später verstummten sie und so überkam mich der Schlaf.

Als ich aufwachte vernomm ich erneut aufgeregte Bobsels.
Plötzlich hob mich der lange Bobsel auf eine glatte wurzelige Oberfläche.
Um mich herum saßen 8 Bobsels in einem Kreis.
Mir war es als würde ich das Zentrum eines Rituals einnehmen, so begierig wie sie mich ansahen.
Plötzlich stieß ein als Leopard verkleideter Bobsel den Laut "MILKY CHANCE KOMMT GLEICH" aus.

Das versetzte die komplette Gruppe in Aufruhr. Chaotisch fielen sie fast über sich gegenseitig. Ein heraus und hereineilen in dreieckige Planenkonstruktionen. Schliesslich ging alles ganz schnell. Der lange Bobsel steckte mich kurzerhand wieder in einen Behälter.
Dieses mal schien er oben offen, und ich hatte das glück ganz oben zu liegen.

Die Menge setzte sich in Bewegung. Ich sah links und rechts des Pfads wundersame Metallkästen die auf 2 runden Gummikreisen standen.
Kunterbunte Tücher verbanden Kuppelförmige Planenkonstruktionen. Das freudige und aufgeregte murmeln von glänzenden und quirligen Bobsels war überall um mich herum. Hier gibt es Pizza, exotisch duftendes Curry, Apfelkrapfen, Handbrot und Pommes.

Langsam aber sicher füllte sich der Pfad immer mehr mit Bobsels.
Kleine, Große, Dunkle und Helle, glitzernd oder schwarz angezogene, laut gröhlende und manchmal auch ganz leise zogen an meinem Bobsel vorbei.

Je weiter wir gingen desto lauter konnte ich rhythmische Geräusche wahrnehmen auf die wir zuliefen.
Sogar leichte Vibrationen konnte ich schon spüren.
Schliesslich kamen wir an einem riesigen Grasbedecktem Platz an. Hin und wieder reichten Metallsäulen aus dem Boden. Auf ihnen waren Fabelwesen verschiedener Art zu sehen, ein Drache, Feen oder auch ein rostiges Einhorn.
Meine Gruppe bahnte sich den Weg durch die Bobselansammlung. immer näher zu den Geräuschen und Vibrationen.

Als sie stehen blieben, waren es nur noch wenige Bobsellängen bis zu einer gewaltigen Konstruktion aus schwarzem Metall. Über ihr glühten bunte Lichter wie eingefangene Sterne.

Dann geschah es. Ein einzelner Ton durchschnitt die Luft. Tief und langgezogen. Ihm folgten weitere. Die Erde begann zu beben. Die Bobsels hoben ihre Arme gen Himmel und stießen freudige Laute aus.
„Ich liebe Milky Chance!“, brüllte der Leopardenbobsel.

Mir war, als schwebte ich durch das größte Fest der Welt.
Tausende Bobsels bewegten sich gleichzeitig. Sie hüpften, sangen und schwankten im Takt der gewaltigen Musik, die von rechteckigen schwarzen Kästen ausgingen. Ihre Gesichter leuchteten in allen Farben.

Zum ersten Mal verstand ich, wovon Onkel Humbi immer gesprochen hatte.
Das hier war Freiheit.

Irgendwann verklangen die letzten Töne. Die Bobsels jubelten und spendeten den Schallzauberern Beifall. Nach und nach langsam löste sich die Menge auf. Auch meine Gruppe bewegte sich weiter.

Eine kurze Wanderung später leutete uns ein riesiger grüner Lichtstrahl an. Dann ein violetter. Ein roter. Immer mehr farbige Strahlen schossen uns aus der Ferne entgegen, kreuzten sich und spannten sich wie ein leuchtender Regenbogen über den gesamten Platz. Blaues Licht floss über die Gesichter der Bobsels, gelbe Funken tanzten durch die Nacht und für einen kurzen Moment schien es, als hätte jemand die Bobsels angemalt.

Gebannt folgten die Bobsels dem tanzenden Lichtregen. Keiner sprach mehr. Selbst der sonst so laute Leopardenbobsel stand mit geöffnetem Mund da und blickte gen Regenbogen. Die bunten Strahlen glitten über ihre Gesichter und ließen ihre Augen wie kleine Sterne funkeln.

Schließlich entfernten wir uns von dem leuchtenden Spektakel und wanderten weiter über das weiche Gras. Nach einiger Zeit erreichten wir einen gewaltigen Baum. Sein Stamm war so breit, dass vermutlich zehn Bobsels Hand in Hand benötigt hätten, um ihn zu umfassen. Seine Äste ragten wie die Arme eines Riesen in den Nachthimmel.

Am Fuße dieser riesigen Buche ließ sich meine Gruppe nieder.
Der lange Bobsel stellte den Behälter ab und die anderen ließen sich erschöpft ins Gras fallen. Einige streckten ihre Beine von sich, andere lehnten sich an den mächtigen Stamm. Die Nachtluft roch nach feuchter Erde und Lagerfeuern.

Dann begann das Rascheln.
Aus Taschen und Behältern wurden die verschiedensten Köstlichkeiten hervorgeholt. Ich sah Brot, Käse, knackiges Gemüse und kleine Beutel mit Nüssen. Mein runder Leib wurde plötzlich ganz schwer.

Das war es also.
Hier würde meine Reise enden.
Musabba hatte recht gehabt. Nach dem hellen Vorzimmer und der Dunkelheit folgte das große Verspeistwerden. Mein Onkel Humbi hatte von Freiheit geträumt und ich würde als Aufstrich auf einem Stück Fladenbrot in die Geschichte eingehen.

Der lange Bobsel legte seine Hand bereits auf meinen Deckel.
In diesem Augenblick erklang in der Ferne ein dumpfer Ton.

Wumm.

Ein zweiter folgte.

Wumm. Wumm.

Die Luft begann zu vibrieren. Es klang nicht wie die sanften Schallzauberer von zuvor. Diese Töne waren wild und drängend, als würden riesige metallene Herzen gleichzeitig schlagen.

Der Leopardenbobsel sprang auf.

„Meute fängt an!“
Sofort war die Müdigkeit der Gruppe verschwunden. Die Bobsels blickten auf, lauschten den Rhythmen und gerieten erneut in Aufruhr. Einer stolperte über eine Decke, ein anderer stopfte hastig sein Essen zurück in einen Beutel.

Der lange Bobsel nahm die Hand von meinem Deckel.
Sofort brach erneut Aufruhr aus.

Die Bobsels sprangen auf, griffen nach ihren Taschen, Decken und Bechern und setzten sich in Bewegung. Der lange Bobsel packte hastig den Behälter, in dem ich gelegen hatte, warf ihn sich über die Schulter und eilte den anderen hinterher.
Mich jedoch vergaß er.

Ich stand noch immer auf der wurzeligen Oberfläche im Gras.
Die Bobsels wurden kleiner und kleiner, bis sie schließlich in der Menge verschwanden. Nur das bunte Licht blieb und wanderte wie flüssiger Regenbogen über den Himmel.

Zum ersten Mal seit meiner Zeit im Supermarkt-Kühlregal war ich ganz allein.
Und zum ersten Mal empfand ich dabei keine Angst.
Ich war kein Hummus mehr, der auf seine Entführung wartete.
Ich war ein freier Hummus.

Dahin gelangt, wo noch nie ein Hummus zuvor gewesen war.

Mein Code lautet VPTDP
Danke für deine Hilfe :)
brot_mit_hummus
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Registriert: Mo 15. Jun 2026, 16:58

Re: Brot mit Hummus sucht Ticket

Beitrag von brot_mit_hummus »

Ich suche immer noch :(
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