Der Diskurs ist wichtig, finde ich... Mich hat das seinerzeit schon sehr zum Nachdenken gebracht, zumal das auch in unsere Crew ein Thema war und ist... mir geht es an den Stellen eindeutig zu weit, an denen sich eine fremdbestimmende Nippelpolizei formiert. Das produziert entweder Trotz oder Unbehagen oder beides, finde ich nicht Zielführend...
Vielleicht hier auch noch das Statement des Kuko aus dem Newsletter vom November welches den Nerv gut trifft imo.
...
Eines der großen Forumsthemen in Nachgang war mal wieder die Frage, ob Mensch auf der Fusion „oben ohne“ unterwegs sein darf. Was als „no shirt- no- no service“ vor 10 Jahren erstmals an einem Teil der Festivalbars als Ansage erhoben wurde und sich gegen oberkörper-freie cis Männer gerichtet hat, wird heute unter dem Hashtag „Nippelfrei“ auf vielen Festivals thematisiert und versucht, genderübergreifend und auf das gesamte Festivalgelände auszuweiten und ist nach wie vor ein Garant, für jährlich wiederkehrende Auseinandersetzungen.
Was wir anfangs als streitbaren, aber nachvollziehbaren Ansatz zur Bewusstseinsbildung verstanden haben, um Privilegien von männlich gelesenen Menschen beim blank-ziehen zu thematisieren, steht auf der Fusion zunehmend in der Kritik. Die lautet, dass es scheinbar manchen Akteur:innen nicht um konstruktive Bewusstseinsbildung geht, sondern um repressive Praxis, die darin endet, das Fusionist:innen in inakzeptabler Weise dafür angemacht und beleidigt werden, dass sie ohne Shirt unterwegs sind. Die ganze Diskussion kann in unserem Forum nachgelesen werden.
Da inzwischen immer wieder der Eindruck erweckt wird, dass wir, der Kuko, diese Regeln aufgestellt hätten, oder diese die Meinung eines Großteils der Crews und Gäste entsprächen, wollen wir hier klärend das wiederholen, was wir vor Jahren dazu geschrieben haben und was für uns unverändert gilt:
„Wir unterstützen den Ansatz, männliche Privilegien zu thematisieren und dafür Sensibilität zu schaffen, wollen aber den zum Teil sehr restriktiven Charakter der Aktion kritisieren. Für uns gilt nach wie vor: So verschieden wie die Menschen, die sich hier zusammenfinden, ist das, was sie hier suchen und erleben. Was sie vereint, ist die Freiheit, sein zu können, wie sie sein wollen. Wir wollen niemanden zwingen, ein Shirt anzuziehen, wir wollen, dass alle sich frei fühlen können, unabhängig von ihrem Geschlecht, auf der Fusion so nackt rumzulaufen, wie sie sich wohl fühlen. Wenn das für einzelne nicht möglich erscheint, löst nicht das Shirt der anderen das Problem.
...