No Shirt - No Problem!

Took
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Re: No Shirt - No Problem?

Beitrag von Took » Do 4. Jul 2019, 14:12

Koalafish hat geschrieben:
Do 4. Jul 2019, 13:42
Sollte man irgendwann Hautfaben-Rassismus beigelegt haben, wird man andere Unterscheidungsmerkmale finden. Hauptsache man hat einen "Gegner"
Menschen denken in Kategorien. Wir können gar nicht anders, da wir sonst nicht in der Lage wären Informationen zu verarbeiten. Es geht hier weniger um Gegner als um grundsätzliche Einordnung. Der weltoffene Mensch ist zudem in der Lage die eigenen Kategorisierungen kritisch zu hinterfragen und immer wieder neu zu überprüfen. Das unterscheidet ihn dann vom Rassisten, der diese kritische Überprüfung nicht durchführt und nur seine eigenen willkürlichen Kategorien anwendet.
Zuletzt geändert von Took am Do 4. Jul 2019, 14:14, insgesamt 2-mal geändert.

Phosphoreszenz
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Re: No Shirt - No Problem!

Beitrag von Phosphoreszenz » Do 4. Jul 2019, 14:13

Vorweg: Ich bin dafür, dass jede:r sich an- bwz auszuziehen kann, wann und wo er oder sie möchte und habe kein Problem mit Nackheit. Daher fand ich die Schilder im letzten Jahr ohne weitere Erklärung erstmal befremdlich, denn die Fusion ist für mich ein Ort, an dem jede:r sich so ausleben darf, wie er oder sie sich am wohlsten fühlt und sei es nun mal nackt. Durch die angestoßene Diskussion habe ich meinen Standpunkt noch mal überdacht und mir ist bewusst geworden, dass Nacktheit bei einigen Menschen schlechte Erfahrungen triggern und damit die Freiheit dieser Menschen einschränken kann.
Um beiden Seiten entgegenzukommen wäre mein Vorschlag, die Schilder so aufzufassen, dass es nicht generell verboten ist sein Shirt auszuziehen, sonder es in dem Moment anzuziehen, in dem man in Interaktion mit Anderen tritt. Damit meine ich, dass man z.B. gerne oben ohne tanzen kann, da auf der Tanzflächen die meisten vorallem mit sich selbst und der Musik beschäftigt sind. Wenn man dann aber kurz zur Bar läuft, würde es keinen großen Aufwand bedeuten, sich eben ein Shirt überzuwerfen und die Barkeeper:innen würden nicht mehr mit nackten Tatsachen konfrontiert werden.
Vielleicht bekommt man die Diskussion so etwas nach vorne, denn bisher bewegen wir uns nur im Kreis, in dem die einen sagen, sie bestehen auf ihre generelle Freiheit nackt zu sein und die anderen sagen, Nacktheit schränkt uns ein. Damit werden beide Seiten niemals zu einer Lösung kommen und wir werden diese Diskussion auch die nächsten 20 Jahre noch führen ohne irgendwelche neuen Argumente.
Und auch wenn es eine Utopie ist, so hoffe ich tiefst in meinem Innersten noch, dass wir irgendwann in einer Welt leben, in der sich tatsächlich jede:r so (ent-)kleiden kann, wie er oder sie möchte. Weil dieser Fall leider nicht eintreten wird, da es immer irgendwelche Arschlöcher auf dieser Welt gibt, lasst uns die Fusion als unseren Safespace bewahren, indem wir zumindest ein Stück näher an eine perfekte Welt herankommen.

ilitsch
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Re: No Shirt - No Problem!

Beitrag von ilitsch » Do 4. Jul 2019, 14:15

Es ist doch leider auf der Fusion schon genau, das gegenteil von dem eingetreten: EIN ALL _GENDER INKLUSIVE ATMOSPHÄRE zu schaffen, in welcher es nicht zuerst um Priveligien, nachteile und verbote beim Ausziehen geht, sondern um gleiche Freiheiten für alle

Das konkrete Ergebnis ist folgendes: Alle tuen furchtbar anarchistisch, kommunistisch, feministisch, antisexistisch, alternativ und hippielike verhalten sich aber exakt genauso so wie die Gesellschaft außerhalb der Fusion - ALLE ziehen sich wieder der Mode der zeit entsprechend an / Intention hin oder her - und zwar bei 40 grad ( @ Arr : es gibt auch sonnencreme oder menschen anderer hautfarbe, die weniger anfällig für sonnenbrand sind - weil sie Angst haben Nachteile durch die Gesellschaft zu erfahren, wenn sie ihr T Shirt ausziehen, wobei entscheidend ist, das gerade der modisch bekleidete Körper sexusalisiert gedeutet wird, den der ist es, der menschen im alltag überall aufgezwungen wird. Wo soll überhaupt die verbesserung sein, wenn sich alle jetzt so wie außerhalb der Fusion verhalten / "schick" angezogen zu sein. Ist es den nicht möglich sich mal für 5 Tage praktisch in Freiräumen anders zu verhalten als in der bürgerlichen gesamtgesellschaft außerhalb der Fusion ?

Warum sollen praktisch 3 Schritte rückwärts gegangen werden, antstatt 2 nach vorne ?

Meiner meinung nach - schafft dieser Weg, auch für die, um die es hier geht - Frauen, lesben, inter, trans * - zuerst nachteile, den sie befinden sich in einem Umfeld / Lebensraum der praktisch / im verhalten 1 : 1 dem außerhalb der Fusion gleicht, einer gesellschaft nach dem trend der zeit modisch bekleideter Körper.

Took
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Re: No Shirt - No Problem!

Beitrag von Took » Do 4. Jul 2019, 14:18

ilitsch hat geschrieben:
Do 4. Jul 2019, 14:15
Meiner meinung nach - schafft dieser Weg, auch für die, um die es hier geht - Frauen, lesben, inter, trans * - zuerst nachteile, den sie befinden sich in einem Umfeld / Lebensraum der praktisch / im verhalten 1 : 1 dem außerhalb der Fusion gleicht, einer gesellschaft nach dem trend der zeit modisch bekleideter Körper.
Tut er ja eben nicht. Außerhalb der Fusion ist es die Norm, dass man im Park, bei Fussballspielen, im Club etc. mit oberkörperfreien Kerlen konfrontiert wird. Auf der Fusion wird da halt mal dazwischen gegrätscht und zum Nachdenken angeregt.

ilitsch
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Re: No Shirt - No Problem!

Beitrag von ilitsch » Do 4. Jul 2019, 15:19

@ took"

" Tut er ja eben nicht. Außerhalb der Fusion ist es die Norm, dass man im Park, bei Fussballspielen, im Club etc. MIT OBERKÖRPERFREIEN KERLEN konfrontiert wird. Auf der Fusion wird da halt mal dazwischen gegrätscht und zum Nachdenken angeregt. "

"mit oberkörperfreien Kerlen oder mit angezogenen Menschen" ich denke beides ist die bürgerlich patriarchale Norm, wobei ich letzteres klar für patriarchaler halte, mit etwas zeitaufwand könnte das auch kultur - geschichtlich nachgewiesen werden, das oberkörperfreie Kerle ein patriarchaler Ausdruck einer Praxis sind, das sich mal alle geschlechter benachteiligungsfrei ausziehen konnten - daher verstehe ich nicht warum, von den beiden bürgerlich - patriarchalen Normen für die eindeutig restriktivere gekämpft wird - alle sollen sich anziehen.

Nimm mal folgendes Bsp, so wie ich die Vorgehnsweise der bewegung verstehe: Alle ziehen sich wieder an, und jetzt fangen Flit*s an sich in einem Umfeld bekleider Kerle auszuziehen. Dann hasst du ein glasklares patriarchales verhältnis geschaffen - z.B. nackte Frauenkörper vor bekleideten Männerkörpern. Und dann ?

Ich finde es auch nicht zielführend eine halb, viertel oder zehntel emanzipative Praxis zu kippen, dann beim nachdenken, dem guten willen, der moral, vorsätzen etc. - wie wäre es wenn ich mich ausziehe - anzufangen, sondern bei der tat - ausziehen, wer will - und dann können wir uns über dahinterstehende Intentionen und selbstgeschaffenen Subjekte unterhalten nzw. bestenfalls sprechen sie für sich.

Took
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Re: No Shirt - No Problem!

Beitrag von Took » Do 4. Jul 2019, 15:42

Die patriarchale Struktur ist eher, dass sich der Mann eben aussuchen kann, ob er angezogen ist oder nicht. Beides ist gesellschaftlich komplett akzeptiert. Bei Frauen ist das nicht so.

followtheV
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Re: No Shirt - No Problem!

Beitrag von followtheV » Do 4. Jul 2019, 15:45

Took hat geschrieben:
Do 4. Jul 2019, 15:42
Die patriarchale Struktur ist eher, dass sich der Mann eben aussuchen kann, ob er angezogen ist oder nicht. Beides ist gesellschaftlich komplett akzeptiert. Bei Frauen ist das nicht so.
Nein. Das ist nicht so. Noch nicht mal auf der Fusion.
Wir starten Dienstag Nachmittag ab FFM mit dem ICE. Wer sich anschließen möchte --> PN :ugeek:

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Re: No Shirt - No Problem!

Beitrag von Betulas2019 » Do 4. Jul 2019, 18:19

Took hat geschrieben:
Do 4. Jul 2019, 15:42
Die patriarchale Struktur ist eher, dass sich der Mann eben aussuchen kann, ob er angezogen ist oder nicht. Beides ist gesellschaftlich komplett akzeptiert. Bei Frauen ist das nicht so.
Die Lösung kann nicht sein Freiheiten zu nehmen, sondern zu geben. Das Problem sind nicht freischwingende Brüste, sondern Menschen, die starren und gerade die Fusion sollte ein Freiraum bleiben, in dem Menschen herumlaufen können, wie sie eben wollen.

colarocker
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Re: No Shirt - No Problem!

Beitrag von colarocker » Do 4. Jul 2019, 19:00

Ich fand es ein bischen befremdlich, dass z.B. genau an den Kompoletten, bei denen Schilder wie "no shirt - no shit" hangen, dort auch Arbeitende ziemlich fordernd eine Spende als Eintritt verlangten, obwohl es ja eigentlich keine wirkliche Pflicht dafür gab. Hab sonst immer nach dem Klogang gespendet und mich bedankt, aber das war wirklich nervig. Überall dann noch alles mit den Texten wieso weshalb warum man Spenden soll aber dann einfach als Eintritt verlangen.. So kommt mir das auch mit dem no shirt - no irgendwas allgemein vor. Man hat jetzt halt die Überzeugung und alle anderen müssen sie nun auch haben sonst dürfen Sie nicht kacken oder ein Bier bekommen. :X Da fühlt man sich wie ein dummes Schulkind, das ja noch viel zu lernen hat.

Techmac
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Re: No Shirt - No Problem!

Beitrag von Techmac » Do 4. Jul 2019, 19:47

im umkehrschluss könnte man zb auch fragen ob es ok ist wenn frauen in extrem sexy oufits umher laufen? gerade um die turmbühne sind tagsüber oft frauen in tangas und mit gepushten brüsten(oder sogar oben ohne) rumgelaufen. klar kann man annehmen das sie dies machen weil es ultra bequem ist, aber ich wage mal zu behaupten bei den meisten geht es schon irgendwie darum sexuell aufzufallen. davon könnten sich ja auch andere frauen oder schwule männer belästigt fühlen. außerdem machen sie sich ja, wenn auch bewusst, zum sexobjekt. dies würde aber niemals jemand hinterfragen- ist ja emanzipation- alles super!

versteht mich nicht falsch- für mich ist das auch voll ok. ich will damit nur zeigen wie überflüssig die diskussion ist. mit irgend etwas tritt man immer jemandem auf die füße. ich wette die "no shirt" nummer kommt wahrscheinlich nicht mal von einer frau und am ende ist es für min 90% der anwesenden frauen auch völlig unbedeutend!

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