depri auf der fusion?

michaelmustermann
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Re: depri auf der fusion?

Beitrag von michaelmustermann » Mo 17. Jun 2019, 04:10

vielen dank an alle, sehr lieb und hilfreich

NathalieFrederiko
Beiträge: 5
Registriert: Sa 22. Jun 2019, 00:22

Re: depri auf der fusion?

Beitrag von NathalieFrederiko » Sa 22. Jun 2019, 01:23

hey.
ich kann deine sorge gut nachvollziehen, da ich auch schon seit langem immer wieder mit depressionen zu kämpfen habe und mir daher auch unsicher war. ob 5 tage fusion-welt gut oder schlecht für mich sind.
Ich habe allerdings die erfahrung gemacht, dass sich tanzen und ausgehen bei mir in der regel eher positiv auswirken, sofern ich schlaf+erholung und essen nicht zu stark vernachlässige und Substanzen, die meinen Serotoninhaushalt durcheinander bringen, nicht konsumiere.
Mehrere Tage Festival habe ich mir aber aus dem Grund auch nicht zugetraut in den letzten Jahren...

Fährst du mit guten Freunden? Wissen die Bescheid?
Ich glaub, wenn du gewisse Grenzen von dir achtest, dann sollte das schon gut gehen:)

nazzzl
Beiträge: 2
Registriert: So 16. Jun 2019, 22:51

Re: depri auf der fusion?

Beitrag von nazzzl » Sa 22. Jun 2019, 06:39

Was mir in den letzten Jahren geholfen hat war eine Bezugsperson zu haben, die (fast) immer bei mir ist und die weiß wie es mir geht und die auf mich eingehen kann und mir hilft wenn irgendwas mit mir ist.

Ich habe die letzten Jahre auch an schweren Depressionen gelitten, häufig Panikattacken und "intrusive thoughts" bekommen und ungefähr alles hat mich getriggert - auch auf der fusion. Es war schade, dass ich zB nie auf den größeren Stages mittendrin war, was ich sonst immer geliebt habe, weil da immer die synapsen in mir durchgebrannt sind. Und ich habe immer noch ein schlechtes gewissen, dass ich jemanden so an mich gebunden habe und ihm seine erste Fusionerfahrung so verzerrt habe. Aber er versichert mir heute noch, dass ihm es wichtiger war für mich da zu sein, und er hätte ja trotzdem alles gesehen und war überall dabei, manchmal halt am dancefloorand :)

Wenn du fährst, dann würde ich dir aus persönlicher Empfehlung, ans Herz legen, dass du auch einen Festivalbuddy hast und ihn vielleicht vorher schon sagst wie die Person sich in bestimmten Fällen verhalten soll/was dir hilft.
Für mich und für viele Freund*innen mit Depressionen ist es bisher hilfreich gewesen sich mit schönen Dingen zu umgeben - und die hat man ja nun auf der Fusion in Hülle und Fülle. Wenn dir nicht immer nach tanzen sein sollte und du vielleicht zu erschöpft bist für diese körperliche Aktivität bei 40° in der Sonne, dann such dir Orte, die schön und ruhig und nicht so aufregend sind, zu denen du dich zurückziehen kannst, wenn dein Kopf brummt.

Die Fusion kann ein sehr schöner Ort sein um intensiv self care zu betreiben und sich von persönlichen Bedürfnissen treiben zu lassen.

Um nochmal auf meine Fusionerfahrung letztes Jahr mit regelmäßigen Panikattacken einzugehen:
Ich hätte wirklich nichts konsumieren sollen. Ich wollte mir der Gruppe mithalten und es hat wirklich nur alles verschlimmert. Im Endeffekt hätte ich einfach wo anders hin gehen sollen wenn ich nicht mehr konnte. Oder ins Zelt. Aber dieses glitzernde Gefühl der anderen habe ich nicht nachempfinden können und whs wäre es sogar schlauer gewesen in diesen Momenten nicht bei ihnen zu sein, weil ich mich dann nur noch schlechter gefühlt habe.
Im Zelt war es zu heiß oder zu kalt, mir wurden ständig heeringe geklaut und das Zelt ist eingeklappt.... Ein privater Rückzugsort, der wirklich schön ist und Ruhe vermittelt, wo man immer zurückgehen kann (und will) ist wichtig. Wenn es nicht dein Zelt sein kann, suche dir einen anderen Spot auf dem Gelände wo es schön ist und bequem und wo du rumhängen kannst (die Eclipse Zelte fand ich immer sehr gut, sonst war glaube ich neben der Dubstation so eine chillarea mit Matratzen und Betten, und da die Musik oft auch eher entspannt war, hat es sich sehr gut angeboten da mit jemandem zu sein und zu chillen (ich hatte nie das Gefühl da im Fokus zu sein, also habe ich es trotz der öffentlichkeit als privat wahrgenommen, oft haben da leute auch geschlafen).

Das waren jetzt nur Tipps für wenn du fährst. Wenn du entscheidest nicht zu fahren, was absolut richtig ist, wenn du das für dich entscheidest, verabrede dich an diesen Tagen trotzdem mit dir selbst schöne Dinge zu tun. Ein Bad zu nehmen, zur Massage zu gehen, dir die Nägel zu lackieren, einen Film gucken, was auch immer. Und am besten überlegst du dir diese Aktivitäten schon vorher, damit du eine Auswahl hast auf die du zurückgreifen kannst, wenn dir nichts einfällt.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du mir auch sehr gern privat schreiben. Ich hab meine Erfahrungen gemacht mit Depression und Festivals.

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