Suche die Märchenfee und ihre Freund*innen

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kemal
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Suche die Märchenfee und ihre Freund*innen

Beitrag von kemal » Mi 4. Jul 2018, 18:31

Liebe Märchenfee und ihre Freund*innen,

ich hatte euch am Samstag um 12:30 Uhr zur Märchenstunde kennengelernt. Hab leider alle eure Namen vergessen. Fand euch super, hat voll Spaß gemacht und naja, wollen wir nicht Freunde sein?

Hab euch ein kleines schlechtes Märchen geschrieben. Es soll heißen: Klein, grün, hüpfend. Hab mir anfangs mehr Mühe gegeben als später. Also schraubt eure Erwartungen herunter!
Es war einmal
vor langer, langer Zeit
ein kleines grünes,
fröhlich hüpfendes,
kindlich glückliches
Tierchen.
Unbesorgt und sorglos
zog es umher im Märchenlande
durch Wiesen und Teiche
durch tiefe wie seichte,
während es mit der langen Zunge nach Fliegen und Insekten griff
und diese zu Leichen zerbiss.

Eines schönen Sommertages,
so es trank vom Wasser eines kleinen Baches,
ward' dieser violett wie's sonst nur Violen waren.
Da kam eine Ente herbeigeschwomm'
mit purpurnem Kopf
und sprach: „Oh, du kleines grünes Tierchen,
ich mag nicht, doch muss ich dir deinen Tag vermiesen.
Aber es muss wohl noch möglich sein, mich vorzustellen:
Abraham von und zu Entente ist mein Name, von der Art der Enten,
und du, kleines grünes Tierchen,
wie heißt du? Und welcher Art gehörst du an?“
Erst verdutzt, dann fing es zu murmeln an:
„Ich, nun… naja… na gut… ähh.
Einen Namen hab ich wohl.
Ich heiße Quehl.
Doch wurd ich nie gefragt,
nicht ein einzig Mal
im ganzen Märchenlande,
welcher Art ich angehörte.“
„Na ob du nun Frosch bist oder Kröte,
wirst ja noch wissen, bist ja nicht blöde.
Nun vergeud' nicht meine Zeit,
denn du trankst aus dem Bach der Bachstelzen,
der purpurnen Milch aus Himmelssternen,
gewiss ohn' zu wissen vom Verbot darauf,
doch nun wird dir die Strafe davon lehren.“
Da kam die Ente aus dem Wasser heraus, schnürte einen lila Stein aus dem Bach an Quehls Torus fest und sagte, dieser Stein müsse in sieben Tagen zur Hexe Mexe gebracht werden, sonst würde der Bach mitsamt allem Märchenland' den Bach runter gehen.

Also hüpfte Quehl vorbei an riesigen Bergen, tiefen Gewässern, schiefen Wiesen und stickigen Tälern.
Doch diesmal weniger sorglos. In sieben Tagen zur Hexe Mexe zu finden: das war anstrengend.
Viel mehr Sorgen bereitete dem Tierchen die Frage, was es denn nun sei: War es nun Frosch oder doch eher Kröte?
Nie hatten seine Eltern jemals ihre Art über die Lippen gebracht.
Nie wurde je am Essenstisch zwischen Fröschen und Kröten unterschieden.

Doch auch die Hexe Mexe wollte es wissen!
Ein Frosch würde sie töten und Kröten liebte sie.

Als Quehl ihr den purpur leuchtenden Saphir herbeibrachte, fragte sie bald:
„Den Fröschen oder den Kröten, welcher Art gehörst du an, kleines?“
„Ich weiß es nicht und es mir egal!“, antwortete Quehl.
Die Hexe Mexe sprang verärgert auf und sprach merklich erzürnt:
„Ein letztes mal frage ich dich, kleines grünes Tierchen. Antwortest du richtig, so dann wirst du wieder frei und sorglos durch das Märchenlande herumhüpfen. Ist deine Antwort falsch, dann aber wirst du nicht noch ein Mal das Sonnenlicht erblicken.“
„Ich bleibe dabei.“, erwiderte Quehl mit sturer Miene weinend. „Weder noch und beides zu gleich! Nein, wie soll es eine richtige Antwort auf eine falsche Frage geben?”
Da verlor die Hexe den Verstand und ließ es drauf ankommen: Sie riss den Saphir aus der Schnur um Quehls Torus und schmiss das arme Quehlchen in einen Topf voll kochend Wasser. Und Deckel drauf. Als sie bald das durchgekochte Tierchen herausnahm und seinen Schenkel aus dem Torus riss, floss kaum Blut und das Fleisch war hellbraun wie das von Enten. Es schmeckte aber wesentlich besser. Ohhh, es schmeckte fantastisch!
Würde sie nun sterben oder fröhlich weiter ihr hexerisches Unwesen treiben?
Schon erschien das Wasser im Topf violett wie's sonst nur Violen waren.
Und die Hexe ward keine Hexe mehr.
Ich würde mich riesig freuen, wenn wir noch einmal Märchen lesen und abhängen könnten. Schreibt mir! :)

Verzaubernde Grüße von eurem verzauberten Kemal

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