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Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Verfasst: Mi 4. Jul 2018, 14:05
von ilitsch
Meiner Meinung nach - und das fand ich sehr schade - hat es sehr wenig, bis gar keine explizit antikapitalistische Botschaften gegeben ( Ich habe eigentlich nur 1. gesehen, bei der Toilette hinter der Seebühne, da stand drauf: " Die Klassengesellschaft sprengen ....).

Es gab an allen Ecken und Enden antirassistische, antisexistische, antimilitaristische, antiherrschaftsritische, antirepressions, antinationale, prokurdische etc. Botschaften, aber eben so gut wie keine explizit antikapitalistischen Botschaften.

Das find ich scheiße, und hier besteht in jedem Fall noch Nachholbedarf, wenn das mit der roten Flagge auf den Hangars ernst gemeint ist !

Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Verfasst: Mi 4. Jul 2018, 14:16
von fu5sionista
ilitsch hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 14:05
Meiner Meinung nach - und das fand ich sehr schade - hat es sehr wenig, bis gar keine explizit antikapitalistische Botschaften gegeben ( Ich habe eigentlich nur 1. gesehen, bei der Toilette hinter der Seebühne, da stand drauf: " Die Klassengesellschaft sprengen ....).

Es gab an allen Ecken und Enden antirassistische, antisexistische, antimilitaristische, antiherrschaftsritische, antirepressions, antinationale, prokurdische etc. Botschaften, aber eben so gut wie keine explizit antikapitalistischen Botschaften.

Das find ich scheiße, und hier besteht in jedem Fall noch Nachholbedarf, wenn das mit der roten Flagge auf den Hangars ernst gemeint ist !
Dann bring doch nächstes mal was mit und häng es auf :roll:.

Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Verfasst: Mi 4. Jul 2018, 15:22
von Dinodörte
Das Bier an der Bars war nicht etikettiert... und das in einem vorschriftsliebenden Land wie Deutschland. Das fand' ich diesbezüglich ein starkes Statement seitens der Fusion, zumal ich mich nicht entsinnen kann, dass das die Jahre zuvor schonmal so gewesen sei...

Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Verfasst: Mi 4. Jul 2018, 15:23
von Took
Dinodörte hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 15:22
Das Bier an der Bars war nicht etikettiert... und das in einem vorschriftsliebenden Land wie Deutschland. Das fand' ich diesbezüglich ein starkes Statement seitens der Fusion, zumal ich mich nicht entsinnen kann, dass das die Jahre zuvor schonmal so gewesen sei...
Schon 2016 gabs das Veltins ohne Etikett. Die Mateflaschen haben sogar ein eigenes Fusiondesign.

Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Verfasst: Mi 4. Jul 2018, 16:17
von 2wg
seid ihr sicher, dass das nicht pfandgründe hat?

Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Verfasst: Mi 4. Jul 2018, 16:43
von Took
2wg hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 16:17
seit ihr sicher, dass das nicht pfandgründe hat?
Hat es warscheinlich auch. Die Jahre davor gab es normales Lübzer und viele haben sich Kästen mitgebracht und dann an der Bar das Pfand abgesahnt. Deshalb gabs warscheinlich auch den Wechsel zu Veltins, da nicht jede Brauerei spezielle Flaschen rausgibt.

Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Verfasst: Mi 4. Jul 2018, 18:35
von aven
ilitsch hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 14:05
Meiner Meinung nach - und das fand ich sehr schade - hat es sehr wenig, bis gar keine explizit antikapitalistische Botschaften gegeben ( Ich habe eigentlich nur 1. gesehen, bei der Toilette hinter der Seebühne, da stand drauf: " Die Klassengesellschaft sprengen ....).

Es gab an allen Ecken und Enden antirassistische, antisexistische, antimilitaristische, antiherrschaftsritische, antirepressions, antinationale, prokurdische etc. Botschaften, aber eben so gut wie keine explizit antikapitalistischen Botschaften.

Das find ich scheiße, und hier besteht in jedem Fall noch Nachholbedarf, wenn das mit der roten Flagge auf den Hangars ernst gemeint ist !
Word! Ich habe eigentlich gerade eine sehr politische, sehr antikapitalistische Fusion erwartet. Aber leider, so mein Eindruck während der Tage, wurde dieser Teil des Kampfes eher aufgegeben. Man hat sich arrangiert. Auf einmal überall Smartphone, Instagramstories und dicke Benz.

Und ich verstehe einfach nicht, was ein jmd. der einen Benz, Audi R8 & Co. fährt, auf der Fusion zu suchen hat. Faktisch sorgt das Wirtschaftssystem für einen Erhalt des Status Quo. Und nur weil wir irgendwie vorgespielt kriegen durch Green-, Pink- und Biowashing, dass es auch eine andere Version des Systems gibt, ist das System aus Einwegpavillion-, Konsum- und Individualisierungsgesellschaft gut. "Wie viele Streetwaremarken kann ich tragen".

Ich finde in dem Kontext von Schumacher "Small is Beautiful" und "Der neue Geist des Kapitalismus" von Luc Boltanski sehr passend. Achja 100 Jahre Marx war ja auch noch...

Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Verfasst: Mi 4. Jul 2018, 19:12
von Took
aven hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 18:35
Und ich verstehe einfach nicht, was ein jmd. der einen Benz, Audi R8 & Co. fährt, auf der Fusion zu suchen hat.
Was sind denn das schon wieder für Vorurteile. Dir ist schon klar, dass man teilweise für sehr günstiges Geld auf dem Gebrauchtmarkt einen Audi, Mercedes usw. kaufen kann? Das sind häufig sogar die langlebigeren Karren und es macht Sinn ein wenig zu investieren. Sollen wir jetzt alle zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen?

Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Verfasst: Mi 4. Jul 2018, 19:39
von Complex
Als ganz ehrlich - ich fahr z.B. ne alten Passat Limo (hätte aber auch ein baugleicher Audi werden können)

weil ich mir einen stylischen vw-bus nicht leisten kann.

Ist günstiger in der Wartung, im Verbrauch und vor allem in den Anschaffungskosten.

Passt aber nicht ins Klischee - ham die Bullen auch so gesehen und uns gar nicht erst groß aufgehalten.

Lasst euch doch nicht immer so in Klischees pressen!

Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Verfasst: Mi 4. Jul 2018, 23:21
von aven
Took hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 19:12
aven hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 18:35
Und ich verstehe einfach nicht, was ein jmd. der einen Benz, Audi R8 & Co. fährt, auf der Fusion zu suchen hat.
Was sind denn das schon wieder für Vorurteile. Dir ist schon klar, dass man teilweise für sehr günstiges Geld auf dem Gebrauchtmarkt einen Audi, Mercedes usw. kaufen kann? Das sind häufig sogar die langlebigeren Karren und es macht Sinn ein wenig zu investieren. Sollen wir jetzt alle zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen?
Ich erkenn aber schon den Unterschied zwischen nen neuem Audi R8 und einer C-Klasse mit 300.000 km. Ich habe nichts gegen ein gutes, schönes, funktionales Auto (VOLVO). Und klar kostet ein neuer Camper locker mal 60.000 Eur.

Aber ich muss doch nicht mit einer Kleinen-Koks-Pimmel Karre auf die Fusion fahren. Selbst wenn die von meinem Vater ist.
Dabei geht es doch um die Zuschaustellung von Reichtum (in der Bibel ja sogar ne Todsünde, ebenso wie bei Gaucho Marx).

Und ja, wenn alle zu Fuß und Fahrrad und ÖPNV kommen, finde ich das sehr gut. Klimawandel ist so oder so ein Gerechtigkeitsthema - wer nimmt mehr von den begrenzten Ressourcen in möglichst kurzer Zeit. Auf gehts, lasst es uns leeren. Es geht um Gerechtigkeit und Gleichheit.

Der Beitrag heißt zu wenig Antikaptilalismus in der Fusion (und im schönen, neoliberalen, uns geht es so gut Deutschland) und genau dieser Mangel an öffentlicher Diskussion gegen den Status Quo ist das Argument gegen Statussymbole wie Sportwagen, Luxusuhren und Kaviar.