Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

tanztanztanz
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von tanztanztanz » So 8. Jul 2018, 16:26

Rassismus? Bitte um Erklärung wo ich hier irgendeiner Rasse spezielle Eigenschaften zuschreibe.

Warum sind denn die UK und NL nach Afrika und haben da die Kontrolle übernehmen können? Weil wir in Europa damals schon weiter waren, fette Schiffe, Waffen, große Armeen, technisch ein ganz anderes Level.

Natürlich gibt es in Afrika jede Menge scheisse. Ich war da oft. Und an einigen Dingen ist auch der böse, böse Westen schuld. Aber nicht an allem. Die scheisse die da heute passiert hat mit Kolonien wenig zu tun.
Es hilft jetzt aber halt wenig immer in die Vergangenheit zu schauen. Die ist passiert, die Fehler wurden gemacht. Jetzt muss man nach vorne schauen. Und da helfen Schuldzuschreibungen wenig. Es geht den Leuten da nicht besser wenn unsere Vorfahren schuld daran sind.

Ich sehe das ja auch kritisch aber ich sehe den Weg da raus anders. Wir müssen dem afrikanischen Kontinent auf die Beine helfen und intelligent fördern. Wie das gemacht werden könnte...es gibt viele Ansatzpunkte und ich bin da kein Experte welcher der beste ist. Das Problem ist die vernünftigen Lösungen gibt es meist nicht weil es kein Mittelmaß in den Diskussionen gibt. Es ist immer so ein Lagerdenken. Realistische Politik braucht gute Lösungen abseits von Ideologie.

Und natürlich gibt es auch die Probleme mit dem Raubbau am Planeten. Nur bezweifle ich stark, dass ein anderes System diesen Raubbau stoppen würde. Es wäre nur eine andere Art und Weise.

Ich möchte eine andere, bessere, nachhaltigere, gerechtere und offenere Welt aber der Weg da hin zu kommen ist nicht die große Revolution sondern die vielen kleinen Revolutionen die marktwirtschaftlich umgesetzt werden. Und Veränderung braucht Zeit.

funkyjay
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von funkyjay » So 8. Jul 2018, 18:39

Mein Gott aven, ruhig Blut.

Es ging hier um uns in Deutschland und ne, hier steht gerade kein Weltkrieg vor der Tür (im Rest der Welt auch nicht) und das war vor 100jahren definitiv anders...

Und klar, paar links gepostet und in 3 Zeilen die Ursachen für den Zustand des afrikanischen Kontinents hergeleitet und nebenbei ist direkt noch der Rassismusdetektor heissgelaufen.
Ich will hier wirklich nicht trollen und unnötig Öl ins Diskussionsfeuer kippen, aber bei sowas kann ich mittlerweile nur noch im strahl kotzen. Diese beschissene Arroganz und Überheblichkeit, und ernsthafte Überzeugung, man wüsste wie der Hase läuft. Um Afrika zerbrechen sich seit Jahrzehnten X Leute den Kopf, aber Deutschlands schlaue ForenLinke, die den Konflikten dort nicht Ferner sein könnte, hat die Lösung in petto. Wieso nur glaub ich das nicht?
Niemand hat ein Problem damit, wenn irgendwo hingeschissen wird...solange es nich vor der eigenen Haustüre passiert.

aven
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von aven » So 8. Jul 2018, 18:59

Alles gut.

Es ging nicht um die Erklärung des Zustandes des afrikanischen Kontinentes, aber Aussagen wie "vor 100 Jahren ging es uns schlechter, also so Schlimm ist Kapitalismus doch nicht" stehen einfach sehr stark im Kontrast zu Ausbeutung und Imperialismus.

Allgemein ist die Frage wie wir "besser" (was ist besser?) messen und in welchem Zeitraum (die letzten 100 Jahre, 1000 Jahre, 10000 Jahre?) sehr schwer zu beantworten. Waren wir als Jäger und Sammler nicht glücklicher?

Ich will auch nicht arrogant sein, sondern suche eigentlich nur nach Inspiration und neuen Sichtweisen.

Bzgl. Weltkrieg: Ich hoffe du hast Recht, es gibt definitiv verschiedene Zukunftsszenarien. Nur sind halt die Konsequenzen für einen Krieg deutlich gestiegen.

Complex
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von Complex » Mo 9. Jul 2018, 11:45

aven hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 18:59
Allgemein ist die Frage wie wir "besser" (was ist besser?) messen und in welchem Zeitraum (die letzten 100 Jahre, 1000 Jahre, 10000 Jahre?) sehr schwer zu beantworten. Waren wir als Jäger und Sammler nicht glücklicher?
Ich finde es wichtig das man auch mal das positive im Blick behält - sonst resigniert man ja völlig. Es geht schon voran mit der Menschheit:
https://www.youtube.com/watch?v=yCm9Ng0bbEQ
https://www.youtube.com/watch?v=jbkSRLYSojo

Das heißt natürlich nicht das alles gut ist, und man sich nicht weiter Einsetzen braucht - sondern eher das gegenteil: Tuwat! Wir können was ändern!

Das entfesselter Kapitalismus da die Endlösung ist, kann z.B. nach der neuerlichen Bankenrettung wohl nicht mal der härteste adam-smith-fanboy mehr behaupten. Aber neben der Kritik sind ja dann aber auch andere Vorschläge/Lösungsansätze gefragt. Ein Plakat aufhängen mit Kapitalismus ist doof bringt doch noch keine neue Gesellschaft.

Werbefreiheit, Foodsharing-Stützpunkte usw. das schon eher. Ich denke es braucht auch mehr Aktion statt Sprüche. Mehr Experimente, im kleine wie im großen. BGE, Arbeitszeitverkürzung + Kommunale Selbstorganisation, raum für ehrenamtliches Engagement etc.

Ansonsten unterscheidet sich die Fusion in ihrer Organisation für mich von außen allerdings auch nicht ersichtlich von anderen, kommerziellen Festivals. Ob die Gewinne später dann in andere, kommerziell weniger tragfähige Veranstaltungen (Jugendarbeit, Theaterfestival etc.) gesteckt werden, oder den Initiatoren in die Tasche fließen (gegönnt währe es ihnen!) ist da erstmal zweitrangig.

So Dinge wie 3-klassen-Toiletten etc. sind da eher typisch kapitalistische Auswüchse selbst die Notdurft noch zu kapitalisieren - da muss ich mich dann wieder wundern - warum wird so eine Flugzeug-toilette z.B. nicht vom Kollektiv bezahlt und steht dann allen frei zur Verfügung?

Im Schatten von zunehmend totalitären Tendenzen in unserer Gesetzgebung, wie z.B. neuerlich die Verschärfung des PolG Bayern, jetzt NRW und dem ständigen Projekt der Aufweichung von Arbeitnehmerrechten usw. ... muss man anscheinend auch immer wieder aufstehen und bereits von unseren Vorvätern hat erkämpftes Recht verteidigen.

Also geht mehr raus! Mehr Demos! Mehr den Verantwortlichen auf die nerven gehen. Mehr Lobby für links.
Warum haben wir noch immer die 40 stunden Woche?
Warum haben wir noch immer Atomwaffen in De stationiert und unterhalten noch das alte Abschusssystem dafür (Tornado-jets)?
Warum müssen wir überhaupt unbedingt beim Nato 2% Wahnsinn mitmachen?
Warum haben wir mittlerweile flächendeckende Kamera-Infrastruktur und arbeiten gerade an der Einführung automatischer Gesichtserkennung?
Warum ertrinken menschen im Mittelmeer, und wer sie retten will wird gleich festgesetzt?
Warum fließt Entwicklungshilfe immer wieder in die Stärkung totalitärer Machtstrukturen anstatt der breiten Bevölkerung zu diene?
Warum Isoliert sich die CSU mit ihren rechtsextremen Positionen nicht selbst?
Warum muss ich gerade schon wieder von illegalen Hausdurchsuchungen bei unverdächtigen lesen, die sich für Meinungsfreiheit einsetzen (https://www.ccc.de/de/updates/2018/haus ... b-augsburg)
...

Das sind doch Fragen die - denke ich - relevanter sind als mit welchem Auto wer da nun angereist ist! Oder?

Schließen möchte ich da mit Georg Kreisler: https://www.youtube.com/watch?v=fkaYbUcqFU8

Wehret den Anfängen!

ilitsch
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von ilitsch » Sa 14. Jul 2018, 14:49

An den Diskussionen hier im Forum und auch in diesem Thread kann eins festgestellt werden.

Während feministische, antirassistische und antifaschistische Themen sowie die Aktivist_innen und ihre Strukturen absolut dominant sind, und den Fusionkosmos und ihren Diskurs "dominieren", indem sie ihre Themen ans "Publikum" vermitteln, fällt das Thema Antikapitalismus vollkommen weg.

Wie dieser Thread zeigt, haben viele Menschen gar kein grundsätzliches Verständnis mehr davon, welche Widersprüche unsere Wirtschafts- und gesellschaftsformation mit welch grausamen Folgen generiert. Wenn 8, 8 Millionen Menschen jährlich an Hunger sterben, während in Westeuropa - das meinen die Kommentare glaub ich, wenn sie sagen "uns geht es besser" - ungefähr die Hälfte der Lebensmittel verbrannt werden, und 90 menschen soviel wie 3, 5 Milliarden menschen besitzen, über 80 Millionen Menschen auf der Flucht sind, aber Millionen in den letzten 20 jahren in Kriegen krepiert sind, dann kann nur ein Zyniker oder ein Westeuropäer ernsthaft sagen, UUNNSSS geht es besser.

Anyway, hier muss bei der nächsten Fusion viel mehr gemacht werden, und da nehm ich mich selbst nicht aus.

Solidarische grüße

funkyjay
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von funkyjay » Sa 14. Jul 2018, 22:33

Naja, evtl nicht Äpfel mit birnen vergleichen. Wenn ich schreibe "Uns" geht es besser, meine ich damit nun nicht alle anderen 191 Staaten, sondern uns in Deutschland.
Und auch wenn ich sage, uns geht's besser, heißt dass doch noch lange nicht, dass ich die lebensmittelverschwendung in Deutschland gut heiße?!
Niemand hat ein Problem damit, wenn irgendwo hingeschissen wird...solange es nich vor der eigenen Haustüre passiert.

soe
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von soe » Mo 16. Jul 2018, 22:24

Die Leute laufen (rennen). Hat auch was von Sylvester, ganz schnell abfüllen, ganz viel ballern. Es ist laut und leuchtet schön bunt. Mal Pipi hinmachen wo man gerade Lust hat und Müll hinwerfen. :lol:

Oder so eine Art Fußgängerzone. Wo gibt es schon etwas anderes? Alle können wissen das Produkte aus abgründigen Verhältnissen stammen und ein zutiefst korruptes System reproduzieren.

Banner /Plakate auf denen kurdischer oder sonstwelcher Armee zum "Sieg" über IS gratuliert wurde. Traurig. Aber wie gesagt, wir sind mit dabei und Montag gehts zurück ins Büro.

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