Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Complex
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von Complex » Fr 6. Jul 2018, 14:43

tanztanztanz hat geschrieben:
Fr 6. Jul 2018, 09:28
Porsche? Bauen die Flaschenabfüllmaschinen oder hatten die auch ungelabelte 911er herum stehen?
Porsche-design! Die gestalten für geld alles, vom Toaster bis zur Waschmaschine.

Also Clubmate und Veltins haben wohl in Sachen Guerilla-Marketing das große los gezogen. Da druckt man auch gerne mal ein eigenes etikett - oder lässt es gleich ganz weg. Marktdurchdringung hat ja ganz gut geklappt .

Finde ich besonders wiederlich da es so unterschwellig kommt und man sich den anders als plakatwerbung kaum entziehen kann.

Fehlt eigentlich nur noch Fritz - aber das ist inzwischen wohl zu Mainstream.

Ich vermiss die zeit wo auf Festivals jeder stand sein eigenes Bier verkauft hat. Aber anders werden einige Brauereien ihren rotz halt nicht los.

Schade das die Fusion sich hier irgendwie
zum erfüllungsgehilfen macht.

El.
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von El. » Fr 6. Jul 2018, 19:26

tanztanztanz hat geschrieben:
Fr 6. Jul 2018, 09:28
El. hat geschrieben:
Fr 6. Jul 2018, 08:18
Dinodörte hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 15:22
Das Bier an der Bars war nicht etikettiert... und das in einem vorschriftsliebenden Land wie Deutschland. Das fand' ich diesbezüglich ein starkes Statement seitens der Fusion, zumal ich mich nicht entsinnen kann, dass das die Jahre zuvor schonmal so gewesen sei...
Das ist kein antikapitalistisches Statement der Fusion sondern ein Marketing Ding von Veltins und Porsche - also alles andere als antikapitalistisch.
Die Flaschen kannst Du auch ganz normal kaufen und die gab es auch schon vor 2016 an den Bars.

Edit: Sorry, sehe gerade, dass da oben ein Link zu Erklärung steht. Hatte ich nicht gesehen.
Porsche? Bauen die Flaschenabfüllmaschinen oder hatten die auch ungelabelte 911er herum stehen?
Sei mutig, informiere Dich selbst. Heutzutage alles gar kein Problem mehr.

freq
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von freq » Fr 6. Jul 2018, 20:15

tanztanztanz hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 22:35
Wem geht es heute schlechter als vor 100 Jahren?

Zum Beispiel den 78 Millionen Menschen, die derzeit auf der Flucht sind...aber Schwamm drüber. Die ersaufen jetzt halt im Mittelmeer...

tanztanztanz
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von tanztanztanz » Sa 7. Jul 2018, 17:41

Achja. Ganz vergessen. Afrika war ein Wohlstandskontinent und frei von Gewalt...der böse Kapitalismus ist Schuld an den Problemen. B-U-L-L-S-H-I-T
Vor 100 Jahren haben wir uns doch in Europa noch gegenseitig bekämpft.

Existierende Probleme vereinfachen und aufbauschen machen nicht nur die scheiss Nazis.

funkyjay
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von funkyjay » So 8. Jul 2018, 07:26

Complex hat geschrieben:
Fr 6. Jul 2018, 14:43
Ich vermiss die zeit wo auf Festivals jeder stand sein eigenes Bier verkauft hat. Aber anders werden einige Brauereien ihren rotz halt nicht los.

Schade das die Fusion sich hier irgendwie
zum erfüllungsgehilfen macht.
Waren das 60000 Mann festivals? Irgendwann kommt da auch die Logistik ins Spiel. Umweltechnisch sicherlich auch effektiver einmal den fetten Lkw zu holen, als das jeder Pubs stand seine eigenen 5 bierkisten dahinkarrt
Niemand hat ein Problem damit, wenn irgendwo hingeschissen wird...solange es nich vor der eigenen Haustüre passiert.

hoax1337
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von hoax1337 » So 8. Jul 2018, 11:03

freq hat geschrieben:
Fr 6. Jul 2018, 20:15
tanztanztanz hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 22:35
Wem geht es heute schlechter als vor 100 Jahren?

Zum Beispiel den 78 Millionen Menschen, die derzeit auf der Flucht sind...aber Schwamm drüber. Die ersaufen jetzt halt im Mittelmeer...
Im Durchschnitt geht's uns bestimmt besser als vor 100 Jahren - Hurra!

funkyjay
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von funkyjay » So 8. Jul 2018, 11:31

Auch wenn man den Median betrachtet, gehts uns heute sicherlich besser als deinen Ururgroßeltern vor 100 Jahren. Allein was wirtschaftliche Absicherung, Sozialstandards & Arbeitsbedingungen angeht. Auch habe ich momentan nicht das Gefühl, dass der nächste Weltkrieg vor der Haustür steht.

Das Problem bzgl Antikapitalismuskritik ist einfach, dass jeder hier meint, sich die Rosinen herauspicken zu können, sich selbst für den Gerechtesten&Sozialverträglichsten hält und dann meint, anderen Vorträge halten zu können.

Wenn man meint, den Audi Bonzen anprangern zu können, dann sollte man sich seine Nike AirMax 3000 mal lieber ganz demütig schnüren und sich an die eigene Nase fassen. Auch wenn da Finanziell paar 1000er dazwischen liegen, sind die Meachanismen die dahinterstehen ziemlich ähnlich.
Auch weitere Punkte wie dass die Künstler umsonst spielen sind ja nicht Gottgegeben. Man muss sich nur mal die Forenthreads hier durchlesen, wie in einer Tour rumgeheult wurde, wenn das Ticket 20€ teurer wird. Jaja, wir wollen alle was tun, aber wehe im eigenen Portemonaie tuts weh und wehe irgendwas ist Mainstream.
Niemand hat ein Problem damit, wenn irgendwo hingeschissen wird...solange es nich vor der eigenen Haustüre passiert.

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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von DieEnteMedusa » So 8. Jul 2018, 13:48

funkyjay hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 11:31
Auch habe ich momentan nicht das Gefühl, dass der nächste Weltkrieg vor der Haustür steht.
Nicht?
Ich hatte das jahrelang nicht, aber seitdem solche Gestalten wie Donald Trump oder Kim Jong Un ihren Finger auf dem Knopf für Atomraketen habe, kommt es langsam wieder....

funkyjay hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 11:31
Auch weitere Punkte wie dass die Künstler umsonst spielen sind ja nicht Gottgegeben.
Ist nicht ganz richtig bzw evtl nur unglücklich formuliert.
Die Künstler spenden Ihre Gage nur bzw lassen Sie vom KuKo spenden.
Infos dazu (für die Interessierten) stehen meistens auf der letzten Seite des Programmheftes bzw auf der Homepage.
"Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt." [Mark Twain]

tanztanztanz
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von tanztanztanz » So 8. Jul 2018, 14:50

DieEnteMedusa hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 13:48
funkyjay hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 11:31
Auch habe ich momentan nicht das Gefühl, dass der nächste Weltkrieg vor der Haustür steht.
Nicht?
Ich hatte das jahrelang nicht, aber seitdem solche Gestalten wie Donald Trump oder Kim Jong Un ihren Finger auf dem Knopf für Atomraketen habe, kommt es langsam wieder....

funkyjay hat geschrieben:
So 8. Jul 2018, 11:31
Auch weitere Punkte wie dass die Künstler umsonst spielen sind ja nicht Gottgegeben.
Ist nicht ganz richtig bzw evtl nur unglücklich formuliert.
Die Künstler spenden Ihre Gage nur bzw lassen Sie vom KuKo spenden.
Infos dazu (für die Interessierten) stehen meistens auf der letzten Seite des Programmheftes bzw auf der Homepage.

Einen neuen Weltkrieg sehe ich ehrlich gesagt nicht so richtig. Weder Kim NOCH Trump hat ein Interesse an einem Krieg. Trump will weiterhin im Goldsessel Frauen bedrängen und Kim möchte sein kleines Reich mit seiner Zwangsprostituiertendivision behalten. Ideologen sind gefährlich, die sterben zur Not dafür. Nicht Trump, nicht Kim.
Und den "Knopf" gibt es so ja eh nicht. Es gibt US Generäle die schon durchblicken haben lassen, dass sie nicht jeden Atomangriffsbefehl einfach ausführen würden.

Und wovon leben die Künstler? Von der Liebe der Fusionisten?

Ich kenne kein Land in dem sich etwas zum positiven geändert hat mit sozialistischen Regierungen. Es wurde immer mies, vor allem für die einfache Bevölkerung. Man musste die Leute in der DDR einsperren um das Land am leben zu halten. Kapitalismus dagegen verursacht und nutzt zwar Kinderarbeit, gäbe es diese Arbeit aber nicht würden die nicht zur Schule gehen sondern sterben und hungern. Auch wir hier sind durch diese scheisse gegangen, nur war es eben vor über 100 Jahren als hier Kinder in Minen gearbeitet haben etc.
Man sieht an China etc. das dieser böse Kapitalismus dazu beiträgt die Verhältnisse mit der Zeit zu verbessern! Und deshalb sehe ich den demokratischen Kapitalismus nicht so negativ. Soziale Marktwirtschaft wäre mir nat. lieber aber der Unterschied zwischen mir und manch anderen: Ich überlege wie in der Realität etwas zum besseren verändert werden könnte...ohne Hass, Rache oder naive Gedanken und unrealistische Pläne.

Ich bleibe dabei. Freier Markt mit gewissen Regeln ist das beste System!

aven
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Re: Viel zu wenig Antikapitalismus auf der Fusion

Beitrag von aven » So 8. Jul 2018, 16:16

tanztanztanz hat geschrieben:
Sa 7. Jul 2018, 17:41
Achja. Ganz vergessen. Afrika war ein Wohlstandskontinent und frei von Gewalt...der böse Kapitalismus ist Schuld an den Problemen. B-U-L-L-S-H-I-T
Vor 100 Jahren haben wir uns doch in Europa noch gegenseitig bekämpft.

Existierende Probleme vereinfachen und aufbauschen machen nicht nur die scheiss Nazis.
Jo. Einmal kurz durchatmen. Gehts noch? Wie kann man solche Aussagen schreiben? Ich habe ja aber leider das Gefühl, dass bei sehr vielen hier der Konsum der Fusion noch stark nachhängt. Deine Aussage grenzt eigentlich schon an Rassismus.

Zu deinen Punkten: Kolonialisierung ist einer der Hauptpunkte, warum Afrika als Kontinent in Entwicklung anderen Staaten hinterhinkt. Und natürlich hängen Imperialismus und Kapitalismus stark zusammen. Die Kolonialisierung Afrikas und der Raubbau der Ressourcen waren ein Grund für den Reichtum von der UK und NL. Um ein Verständnis für den Einfluss Europas auf Afrika zu bekommen: https://en.wikipedia.org/wiki/Atrocitie ... Free_State
https://www.economist.com/leaders/2018/ ... -bloodshed
Mal ganz unabhängig vom Sklavenhandel & Co., der den afrikanischen Kontinent in einen Zustand des ständigen Konfliktes gebracht hat.

Übrigens halte ich die Vorstellung, dass es keinen Weltkrieg mehr geben wird für sehr gefährlich. Auf der einen Seite leben wir im Zeitalter der Hybridkriege d.h. es gibt die ganze Zeit Auseinandersetzungen zwischen Staaten, diese sind aber nicht an der Öffentlichkeit. Von der Krim bis über Syrien zu dem Südostchinesischen Meer. Ein Drittel der amerikanischen Navy ist im Südostchinesischen Meer positioniert. Zeitgleich endet durch die "Rote-Linie"-Problematik unter Obama und mit Trump der Pax Americana und die große Frage ist doch, wer dieses Machtvakuum füllt. Mal sehen was Russland so in den nächsten Jahren noch macht und wie sich China verhält. Sehr spannend ist übrigens die Aussage von Xi Jinpin, dass er die Schmach des Opiumkrieges durch Großbritannien nicht vergessen hat (15% der Bevölkerung Chinas abhängig nach Opium, da Pharmakonzerne hier Gewinn gemacht haben) - auch ein kleine Erinnerung an die Grausamkeit der Kolonialisierung.
Zum Thema Atomkrieg in Korea: https://www.economist.com/briefing/2017 ... -might-end

Und dann noch als Sahnhäubchen für alle die unser Zeitalter als so erfolgreich sehen: Der Planet kollabiert seit der Industrialisierung unter der Last des Wachstumsparadigmas. Es ist Zeit für eine neue Form der Wirtschaftsorganisation. Ich prangere auch keine Bonzen an, sondern ich vermisse den Dialog. Ich kann zustimmen, dass in dieser Diskussion immer Lager erzeugt werden und sich Smiths Kapitalismus als Wirtschaftsparadigma und Kommunismus als Sozialsystem nicht ausschließen - was sich ausschließt ist der Profit des Einzelnen vs. Gleichheit aller im System beteiligten.

Sorry @tanztanztanz, der Status Quo ist nicht gut. Wir sollten aufhören uns mit Gutmenschentum was vorzumachen. Seit 200 Jahren leben wir in einem Zeitalter der Ausbeutung und versuchen das durch Philantrophie & Co. zu verbergen. Liberalismus, Freier Markt und Kapitalismus sind auch drei sehr unterschiedliche Herangehensweisen, je nach Definition. Wie kann ich die individuelle Freiheit des Einzelnen in einem System der Gleichstellung gewährleisten? Ich stimme dir aber zu, dass man mit Empathie und Dialog weiterkommt als mit Kritik und Aktionismus. Ich habe den Benz ja nicht angezündet ;)

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