Politisierung

BelAir-
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Re: Politisierung

Beitrag von BelAir- » Di 3. Jul 2018, 11:01

freq hat geschrieben:
Di 3. Jul 2018, 08:33
Das Problem mit der Fusion ist nicht ihre Politisierung, sondern die Entpolitisierung des Publikums.
Word!
Im Bassliner zum Festival sah ich eine Besucherin im Deutschlandtrikot und dachte so bei mir "oh man...die weiß gar nicht, wo sie hinfährt." Schade.

knax
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Re: Politisierung

Beitrag von knax » Di 3. Jul 2018, 11:07

Man kann Kritik oder gegenteilige Meinungen auch anbringen ohne jemanden dumm zu machen. Leute die Menschen die sie nicht verstehen erstmal auslachen sind die vor denen ich auf die Fusion flüchte.

swatch20
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Re: Politisierung

Beitrag von swatch20 » Mi 4. Jul 2018, 01:00

smokesalot hat geschrieben:
Di 3. Jul 2018, 08:23
Das ist mal wieder typisch Internet. Die Zigtausenden die glücklich sind, dass es noch einen Ort gibt, wo nicht Deutschland oder irgendwas unreflektiertes abgefeiert wird, werden das hier nicht alle einzeln äußern. Und dann gibt es die paar Trolle, die nur saufen und nicht nachdenken wollen und die kommen danach ins Forum und motzen rum...
Naja wie erklärst du dann, dass es okay war, eine Nordkorea-Flagge oder jegliche andre Flagge an sein Zelt zu hängen? Finde auch, dass mehr pro vertreten sein sollte und das nicht an Farben festgemacht werden sollte. Redet doch erstmal mit den Menschen über ihre Gesinnung, die so ein Bier trinken, statt sie ganz nazilike, einfach abzustempeln. Ist halt nur ein Kaltgetränk und drei Farben, aber klar, überlassen wir doch auch das noch den Nazis! Ich bin durchaus für ein linkes politisches Festival aber doch bitte reflektierter als die Gegenseite und das Individuum betrachtend....

swatch20
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Re: Politisierung

Beitrag von swatch20 » Mi 4. Jul 2018, 01:04

Paul12 hat geschrieben:
Di 3. Jul 2018, 09:55
freq hat geschrieben:
Di 3. Jul 2018, 08:33
Das Problem mit der Fusion ist nicht ihre Politisierung, sondern die Entpolitisierung des Publikums.
das würde ich auch so unterschreiben, oder aber auch hinzufügen das die Politische Selbstreflexion weniger geworden.

Wie in dem anderen Tread gut sichtbar wird, geht die Richtung zu "wenn du nicht für uns bist, bist du gegen uns", "wir gut, du nicht" oder der Beste: "dann ist die Fusion nix für dich"

Wow, das ist immer so schlau.

Nach meiner Erfahrung passiert dann genau das schlimmste was passieren kann, die breite Masse nimmt diese Politischen Bewegung und Gruppen nicht mehr ernst oder interessiert sich für diese nicht mehr. So in etwa, "naja zur Fusion möchte, da es da nett ist die Musik und Stimmung gut ist, aber diese ganze domatischen, Aggro Linken gehe ich aus dem Weg usw., ist halt das beiwerk was ich ertragen muss um das schönes Festival zu erleben... " Soll heissen das Interesse und Verständnis geht verloren.

Das ist schlimm, weil es unweigerlich dazu führt das diese politischen Gruppen immer lauter schreien und immer Krassere Aktionen liefern müssen um auf sich aufmerksam zu machen. Und das verstehen dann noch weniger Menschen aus der breiten Masse, blöd nur das die breite Masse für eine Veränderung gebraucht wird.

Das ist keine gute Entwicklung.

Ich finde es daher nicht, das es früher weniger unpolitische Partytouristen waren, ehr würde ich sagen diese krampfhafte Antifa Gehabe und das überstülpen der damit einhergehenden Poltischen Korrektheit wird stärker und nerviger.

Und je mehr das wird umso weniger will ich damit zu tun haben, da es weltfremd wird und affig, wenn es zum xten mal heißt Bullen und Nazis auf die Fresse...

Beobachte ich auch in meinem gesamten Umfeld.

----

Ich finde übrigens das das Bier doch nix dafür kann :lol:
Danke!

swatch20
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Re: Politisierung

Beitrag von swatch20 » Mi 4. Jul 2018, 01:13

freq hat geschrieben:
Di 3. Jul 2018, 10:13
Paul12 hat geschrieben:
Di 3. Jul 2018, 10:07
Warum ist das nichtmehr dein Problem?

Weil ich die Fusion nicht mehr besuche. Unter anderem auch wegen der Entwicklung, die Besucher wie Du und der generelle Hype angestoßen haben. Zuviel Touris, zuwenig Menschen, die das Ding leben, daraus reslutierend kaum noch eine Chance auf das Ticket und Preise, die meine Möglichkeiten übersteigen. Abseits davon, habe ich aber auch schlicht und ergreifend keine Lust mehr, 5 Tage lang mit 70.000 Menschen umgeben zu sein. Klasse statt Masse.
Eine komische Aussage, da das Politische in den Anfängen der Fusion weitaus weniger sichtbar war... die WM vor acht Jahren wurde auf dem Zeltplatz noch von jedem dritten Camp geschaut und es war kein Problem, dass manche Trikots trugen etc... es gab sogar richtige Viewing-Ecken. Das wurde jedes Jahr krasser und scheint mir deshalb ja deinerseits eher für einen Besuch zu sprechen. Die Chancen auf Tickets sind sogar gestiegen, nämlich für alle, nicht nur die mit schnellem Internet oder schnellem Klickfinger... fairer als gleiche Chance für alle via Verlosung geht nicht... Die Preise sind verglichen mit jedem anderen Festival und dem, was dafür geboten wird, ja wohl absolut lächerlich... schon allein die Turmbühne mit Anlage, Nebel, DJ, Lasern etc. zu betreiben kostet wahrscheinlich so viel wie dein Ticket! Noch billiger wäre nur schlechter...

ilitsch
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Re: Politisierung

Beitrag von ilitsch » Mi 4. Jul 2018, 01:35

ich schätze die Fusion genau deswegen - keine Werbung - dafür eine ganz klare politische Ausrichtung.

Wer ein Problem damit hat, hat meiner meinung nach bereits eine kritische Haltung gegenüber der gesellschaftlichen realität eingebüßt, in der mensch in allen möglichen situationen und lebenslagen privater Propaganda - kurz Werbung - durch irgendwelche riesigen firmen ausgesetzt ist

Danke fusion dafür

Complex
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Re: Politisierung

Beitrag von Complex » Mi 4. Jul 2018, 09:49

knax hat geschrieben:
Di 3. Jul 2018, 10:05
Die regeln für normale menschen gelten in der normalen Welt. Wenn du in 'unseren' Spielkreis kommst, kannst du dich ja wenigstens mal oberflächlich mit den Regeln befassen und dich ein bissl drauf einlassen.
Nicht das ich jetzt schlechtes Bier in hässlichem design verteidigen möchte aber, die einzige Regel die ich bei vorheriger Befassung mit der Fusion entdecken konnte war "Mach was du willst, solange du damit niemand anderen schadest!"

1. Wo findet man denn den Rest der "regeln"?
2. Wem hat das Bier geschadet?

Mal so am rande: Ich habe dieses Bier eigentlich immer als ironische Anspielung auf die seinerzeitige Diskussion zu den 5-Prozent Arbeitslosenquote und den Umbau der Sozialsysteme zu Harz-4 hin empfunden - vielleicht hab ich damals auch zuviel da rein interpretiert. Noch was kommt mir bekannt vor, Zitat: "Bei diesem Produkt wird vollständig auf Werbung und ein aufwändiges Verpackungslayout verzichtet."

Also vielleicht ist das Design ja doch nicht so schlecht ... scheint jedenfalls auf der Fusion für reichlich Begegnungen und Diskurs zu sorgen! :D

amine9448
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Re: Politisierung

Beitrag von amine9448 » Mi 4. Jul 2018, 10:22

freq hat geschrieben:
Di 3. Jul 2018, 08:33
Das Problem mit der Fusion ist nicht ihre Politisierung, sondern die Entpolitisierung des Publikums.
Deep ! that´s the spirit at when you enter the Fusion you are leaving the "EU" there is no Place for Flags or Nationalism Shit Propaganda " Fusion is and will Stay Fusion !
if you want to drink beer with a German flag on it or sleep in a Union Jack tent go to Tommorowland ....

knax
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Re: Politisierung

Beitrag von knax » Mi 4. Jul 2018, 10:46

Complex hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 09:49

Nicht das ich jetzt schlechtes Bier in hässlichem design verteidigen möchte aber, die einzige Regel die ich bei vorheriger Befassung mit der Fusion entdecken konnte war "Mach was du willst, solange du damit niemand anderen schadest!"

1. Wo findet man denn den Rest der "regeln"?
2. Wem hat das Bier geschadet?
"Die" Regeln gibts natürlich nicht, aber ein guter Anhaltspunkt ist der Fusionplan. Ich wollte auch weniger sagen, dass hier irgendwelche klaren Regeln missachtet wurden. Was mich an seiner Schilderung anpisst, ist dass er hier von oben herab als "normaler" ankommt und sich von den wierden Linken in seiner unproblematischen Auszeit vom Alltag gestört fühlt. Und das an einem Ort, an dem es darum geht dem unnormalen möglichst viel Raum einzuräumen.
Ich fühl mich da mitangesprochen, nicht als antideutscher, sonder als unnormaler. Mir ist die fusion ein Ort der Erholung wo ich nicht fürchten muss ständig an den üblichen Konventionen anzuecken. Klar könnten einige ihre politische Einstellung etwas lockerer vertreten, ich weiß jetzt nicht wie die beschriebene Unterhaltung verlaufen ist. Dass die erste Reaktion aber auslachen ist zeugt nicht von Akzeptanz oder der Bereitschaft sich auf anderes einzulassen. Schade, dass ihnen mal hier was passier ist, was vielen das ganze Jahr über passiert, aber dass Bier abtapen schadet doch auch keinem.

Ich unterstelle jetzt einfach mal bodenlos, dass das die selben Leute sind die mich für meine "unglaublich lockere Art" bewundern, wenn ich ihnen beim Geschmackswasser den Vortritt lasse, weil man normal halt immer die Ellenbogen raushält.

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