Konstruktive Kritik

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ood
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Re: Konstruktive Kritik

Beitrag von ood » Di 5. Jul 2011, 13:04

Es ist auffällig, dass gerade die Leute die Kritik herunter spielen, die nicht die Fusion, sondern nur konventionelle Festivals gewohnt sind (ich nenn sie einfach mal so, weiß ja jeder, was gemeint ist).

Fakt ist aber, dass die Fusion eben kein konvetionelles Festival ist. Es steht ein Ideal dahinter, dassich nicht vereinbaren lässt mit Kinderarbeit, Geldmacherei oder unkritischem Konsum, deswegen ist es hier auch etwas ganz anderes, als auf dem Hurricane fünf Euro für einen Teller labberiger Nudeln zu bezahlen.

Und es ist ja wohl ne Lüge zu behaupten, die Futterstände auf der Fusion wären dieselben, die man auch auf allen anderen Festivals findet.

Der Pastafari-Stand war echt unglaublich. Mir war schwindelig und ich musste schnell was essen, der Stand war nah und leer (jetzt weiß ich auch warum), fünf Euro für ne handvoll Nudeln und Dosentomaten? Dass die von ihrem Gewinn leben müssen, aber 1000% Gewinn ist doch schon hart.

eiche
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Re: Konstruktive Kritik

Beitrag von eiche » Di 5. Jul 2011, 13:11

vormittagspause streichen, nachts musik aus.
betrifft vor allem die tanzwiese.
das bringt so gar nichts - auch wenn dadurch bestimmte visuelle sachen nicht mehr in kombination mit musik praesentiert werden koennen.

rafff
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Re: Konstruktive Kritik

Beitrag von rafff » Di 5. Jul 2011, 13:13

ood hat geschrieben:Es ist auffällig, dass gerade die Leute die Kritik herunter spielen, die nicht die Fusion, sondern nur konventionelle Festivals gewohnt sind (ich nenn sie einfach mal so, weiß ja jeder, was gemeint ist).
Bullshit
ood hat geschrieben:Fakt ist aber, dass die Fusion eben kein konvetionelles Festival ist. Es steht ein Ideal dahinter, dassich nicht vereinbaren lässt mit Kinderarbeit, Geldmacherei oder unkritischem Konsum, deswegen ist es hier auch etwas ganz anderes, als auf dem Hurricane fünf Euro für einen Teller labberiger Nudeln zu bezahlen.
Dann bring dir nächstes Mal doch einfach einen Haufen öko-korrekten Fraß mit, wenn es dich glücklich macht. Und denk mal drüber nach, ob du wirklich 100% politisch korrekt konsumierst - oder ob es dir doch nur um deinen Bauch geht.

ood
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Re: Konstruktive Kritik

Beitrag von ood » Di 5. Jul 2011, 13:28

Aha. Von Öko hab ich eigentlich kein Wort geschrieben, aber schön, dass du so zwischen den Zeilen lesen kannst.

Ich hab auch eigentlich kein Wort darüber geschrieben, ob und wie ich persönlich dazu stehe, mir fällt nur auf, dass Dinge wie in Kinderarbeit produzierte Produkte oder kapitalistische Sichtweise nicht in das Selbstverständnis der Fusion passen (das auf der Homepage ja ausführlich dargelegt wird). Ein solches Selbstvertständnis haben andere Festivals nicht, insofern macht es schon einen großen Unterschied.

Aber bitte, wenn du bestreiten willst, dass die Fusion irgendwelchen ideellen Werten verpflichtet ist, bzw. sich selbst verpflichtet hat, dann tu das. Wir haben hier ja immer noch Meinungsfreiheit.

rafff
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Re: Konstruktive Kritik

Beitrag von rafff » Di 5. Jul 2011, 13:33

ood hat geschrieben:Aha. Von Öko hab ich eigentlich kein Wort geschrieben, aber schön, dass du so zwischen den Zeilen lesen kannst.

Ich hab auch eigentlich kein Wort darüber geschrieben, ob und wie ich persönlich dazu stehe, mir fällt nur auf, dass Dinge wie in Kinderarbeit produzierte Produkte oder kapitalistische Sichtweise nicht in das Selbstverständnis der Fusion passen (das auf der Homepage ja ausführlich dargelegt wird). Ein solches Selbstvertständnis haben andere Festivals nicht, insofern macht es schon einen großen Unterschied.

Aber bitte, wenn du bestreiten willst, dass die Fusion irgendwelchen ideellen Werten verpflichtet ist, bzw. sich selbst verpflichtet hat, dann tu das. Wir haben hier ja immer noch Meinungsfreiheit.
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Dein Posting hörte sich halt in etwa so an wie die von denjenigen (intoleranten) Linken, die die Anwesenheit von Prolls beklagen und schreiben, wie viel besser es früher bei der Fusion war. Sollte es nicht so gemeint sein, bitte ich um Verzeihung.

Ich hab nicht bei Pastafari gegessen, sondern an anderen leckeren und billigen Ständen. Wenn ich mich bis zum Kotzen hätte tanzen wollen, hätte ich dafür sicherlich einen Müsliriegel mitgenommen. Gute Planung ist bei der Fusion halt alles, finde ich.

Natürlich finde ich, dass die Fusion Werte hat (Anti-Nazi, Freiheit, Tierschutz, Buntheit, Diskurs, politische Bildung, Selbermachen, Techno ...), aber man muss halt aufpassen, inwiefern man Kritik noch sinnvoll vorbringen kann. Und ich fand deine Kritik halt nicht ganz treffend, zB im Kontext Finanzierbarkeit. Und auch, weil du andere Meinungen mit "das sind die, die auf konventionelle Festivals gehen" gelabelt hast.

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Re: Konstruktive Kritik

Beitrag von gmmk » Di 5. Jul 2011, 13:44

Ich sehe es auch so, dass die Fusion definitiv ein ANDERES Festival mit ANDEREN Idealen ist und auch bleiben sollte.
Und dazu gehört selbsverständlich auch das vegetarische Essen.
KEINER ist frei von Schuld bzw. hat eine weiße Weste, doch darauf kommt es auch garnicht an. Wichtig ist, dass man sich auf den Weg macht ständig an sich zu arbeiten.
Und ich bin KEIN Öko bzw. kiffender Dreadlock-Hippie, sondern schreibe das hier grad von meinem Büro-Platz aus, trage ein sauberes Polo-Shirt und fahre dann mit meinem Audi wieder nach Hause.
Ich fahre gerne und schon seit sehr langer Zeit auf dieses Festival und möchte es auch noch einige Jahre weiter beobachten. Aber ich finde, dass es auch genauso dazugehört, auch einmal Kritik ablassen zu dürfen.
Denn geauso wie jeder einzelne Mensch sich ständig neu erfinden sollte und sein Handeln immer wieder in Frage stellen sollte, so sollte es auch (und nicht nur) die Fusion.
Wir geben hier nur Hinweise. Besser als würde man alle Schwachstellen und Probleme verschweigen und die Veranstalter im Unklaren lassen.

ood
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Re: Konstruktive Kritik

Beitrag von ood » Di 5. Jul 2011, 13:45

Um jetzt den Frieden wieder herzustellen:

Mit Leuten, die an konvetionelle Festivals gewöhnt sind, meinte ich Leute, die zum ersten Mal auf der Fusion waren und von dem ganzen tollen Kram so geflasht sind, dass ihnen gar keine Kritik einfällt. Ist ja auch normal, denn sie sind viel schlimmere Umstände von anderen Festivals gewöhnt (ging mir übrigens beim ersten Fusion vor vier Jahren genauso). Das ist auf gar keinen Fall irgendein Vorwurf an Fusion-Erstlinge!

Und ich bleibe dabei: Keine Sweat-Shop Produkte auf der Fusion. Das geht gar nicht.
Tierrechte sind eben auch Menschenrechte.

Ich hab übrigens ansonsten auch sehr günstig und unglaublich lecker gegessen. Und ich find 3-4 Euro für ne anständige Mahlzeit auch in Ordnung.

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Re: Konstruktive Kritik

Beitrag von Benni » Di 5. Jul 2011, 13:47

Jede Kritik hat ihre Daseinsberechtigung und gibt einen Ansatz zum Überdenken. Sowieso hat es doch immer einen Sinn den Istzustand zu hinterfragen und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Und wenn Ideale nur im Raum schweben, aber nicht flächendeckend eingehalten werden, ist das schon mal ein Punkt, mit dem es sich zu beschäftigen lohnt.
Ich wünsche mir einen Fusionbenimmworkshop, in dem die allgemeine Fusiquette gelehrt wird. Denn vieles, was ich für selbstverständlich halte, wird von sehr vielem gar nicht beachtet. Da kann man lernen, was man mit seinen Zigarettenstummeln macht, mit Flaschen, Müll, mit Konfliktsituationen umgeht (ich fand die Scheinschlägerei vor der Räuberhöhle wirklich toll... musste auch erstmal gucken, was da los ist, bis man dann das gelegentliche Lächeln auf den Gesichtern gesehen hat... klassische Kneipenpöbelei) und so weiter.
ood hat geschrieben: "Und ich bleibe dabei: Keine Sweat-Shop Produkte auf der Fusion. Das geht gar nicht.
Tierrechte sind eben auch Menschenrechte.

Ich hab übrigens ansonsten auch sehr günstig und unglaublich lecker gegessen. Und ich find 3-4 Euro für ne anständige Mahlzeit auch in Ordnung."
Kann ich alles so unterschreiben.

rafff
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Re: Konstruktive Kritik

Beitrag von rafff » Di 5. Jul 2011, 13:50

ood hat geschrieben:Tierrechte sind eben auch Menschenrechte.
Nein. Menschenrechte sind Menschenrechte und Tierrechte gibt es (zum Glück) nicht. Dem mit dem "keine Sweatshopprodukte" könnte ich mich anschließen, wobei ich nicht weiß, woher die Jacke ist, die ich mir kaufte (und die mich rettete) ;-)
Benni hat geschrieben:Ich wünsche mir einen Fusionbenimmworkshop, in dem die allgemeine Fusiquette gelehrt wird. Denn vieles, was ich für selbstverständlich halte, wird von sehr vielem gar nicht beachtet.
DAS wiederum halte ich für tendenziell linksfaschistisch ("Nanny-Staat"). Genau solche Ideen stören mich und stoßen in das Horn von "es sind die falschen Leute auf der Fusion".

ood
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Re: Konstruktive Kritik

Beitrag von ood » Di 5. Jul 2011, 13:52

rafff hat geschrieben:
Nein. Menschenrechte sind Menschenrechte und Tierrechte gibt es (zum Glück) nicht. Dem mit dem "keine Sweatshopprodukte" könnte ich mich anschließen, wobei ich nicht weiß, woher die Jacke ist, die ich mir kaufte (und die mich rettete) ;-)
Ich meinte eher: Wer sich für Tierschutz bzw. Tierrechte einsetzt, kann dabei nicht den Menschenschutz respektive Menschenrechte vernachlässigen. Denn Menschen sind eben auch Tiere.

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