Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

kekskonstrukt
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Re: Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

Beitrag von kekskonstrukt » Sa 11. Jun 2016, 00:06

@rollingriot: Ich bin an sich gerne am Start, muss nur schauen, wie ich das mit meinen drei Supporterschichten und den obligatorischen acht Stunden Schlaf minimum :lol: unter einen Hut kriege, ohne dafür darauf zu verzichten, all die Fantastizität der Fusion in aller Ruhe bewundern zu können. Wozu eben auch genau solche zusammentreffen gehören. Und damit sind wir auch schon bei dir angekommen, Hoxton:
Hoxton hat geschrieben:Muss das sein? Kann man denn wenigstens zur Fusion nicht die Politik und Ideologien aussen vor lassen? Dabei ist absolut egal welche politische Richtung.
Wenn du das nicht haben willst, fahr doch auf’s Tomorrowland! Auf der Fusion-Website kannst du nachlesen, dass es beim Kulturkosmos etwas anderes zu erleben gibt:

„Vier Tage Ferienkommunismus ist das Motto der Fusion. Der Name ist Programm, und so erstreckt es sich von Musik unterschiedlichster Spielarten über Theater, Performance und Kino bis hin zu Installation, Interaktion und Kommunikation. So verschieden wie die Menschen, die sich hier zusammenfinden, ist das, was sie hier suchen und erleben. Was sie vereint, ist die Freiheit, sein zu können wie sie sein wollen: Zwanglos und unkontrolliert.“
Hoxton hat geschrieben:Ich bin ja schon ziemlich alternativ eingestellt und habe auch absolut kein Problem damit, dass das ganze Festival eher links ist.
Was meinst du genau mit „ziemlich alternativ eingestellt“? Schreibst du das, weil du wirklich eine durchdachte politische Überzeugung hast, oder einfach nur weil deine Freunde auch alle linksliberale Fairtradekaffeetrinker sind?
Hoxton hat geschrieben:Ich habe ein Problem mit Radikalismus, ich vertrete die Ansicht, dass jeder das glauben darf, was er will, solange er keinen Blödsinn anstellt/Straftaten begeht...
Oh ja. Ich mache meine persönliche Moralvorstellung auch immer vom geltenden Gesetz abhängig.
Hoxton hat geschrieben:Und ich denke jeder weiß, dass auch im linksradikalen Milieu Straftaten begangen werden. Das ist mein Kritikpunkt, das "radikal" im Titel der Sache, nicht dass es links ist.
Natürlich werden im, wie du es nennst, „linksradikalen Milieu“ auch Straftaten begangen. Aber deshalb alle linksradikalen als Gewalttäter abzustempeln oder zu behaupten, dass du deswegen ein Problem mit Radikalismus hast, zeigt wie du die ganze Szene vorverurteilst.
Hoxton hat geschrieben:Es geht nicht um den Fakt der Straftat an sich, sondern darum was die Straftat ist. Über rot an der Ampel gehen ist das eine. Andere Leute explizit angreifen oder ihre Autos anzünden etwas ganz anderes.
Ich glaube der Freiheits- und Moralbegriff, den du hast, ist nicht so kompatibel mit dem Geist, der auf der Fusion herrscht. Verstehe mich nicht falsch, ich bin überzeugter Pazifist und auf der Fusion ist die Festivalstimmung wohl mitunter die friedfertigste, die man auf einem Festival erleben kann. Mir ist dort noch nie irgendeine Form von ernsthafter absichtlicher Gewalt aufgefallen. Aber es gehört genauso für viele Fusionist*innen zu diesem Freiheitsbegriff, den sie auf der Fusion ausleben, dazu, außerhalb dieser 5-Tage-Zauberwelt für ihre Rechte, Freiheit und politische Überzeugungen (solange sie nicht menschenfeindlich ist) und gegen Unterdrückung auf die Straße zu gehen. Da Menschen, die hinter ihren Überzeugungen stehen, auch mit den persönlich vertretbaren Mitteln für die Sache kämpfen und jeder aufgrund persönlicher Erfahrung und Überzeugung diese Linie woanders zieht, gibt es manche, die dabei auch mal Gesetze überschreiten. Das macht aber nicht alle, deren Vorstellung von Sozialer Gerechtigkeit über Mindestlohn und HartzIV hinausgeht, zu potentiellen Straftätern!

Hoxton
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Re: Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

Beitrag von Hoxton » Sa 11. Jun 2016, 00:44

Was meinst du genau mit „ziemlich alternativ eingestellt“? Schreibst du das, weil du wirklich eine durchdachte politische Überzeugung hast, oder einfach nur weil deine Freunde auch alle linksliberale Fairtradekaffeetrinker sind?


Natürlich habe ich meine Ansichten was die alltäglichen Themen angeht, doch die sollten meiner Meinung nach nicht von Belang sein (wenn wir schon dabei sind, ich bin nicht liberal). Denn man kann unabhängig von seinen Meinungen sich mit anderen verstehen...

Oh ja. Ich mache meine persönliche Moralvorstellung auch immer vom geltenden Gesetz abhängig.

Ich habe mich eventuell missverständlich ausgedrückt... Dass Gesetze ein willkürliches Konstrukt sind ist mir völlig klar. Was ich eigentlich meinte waren Straftaten die bewusst anderen Schaden zufügen. Das Konzept der Straftat dient in diesem Falle nur als Kategorie um einen Standpunkt zu verdeutlichen.

Natürlich werden im, wie du es nennst, „linksradikalen Milieu“ auch Straftaten begangen. Aber deshalb alle linksradikalen als Gewalttäter abzustempeln oder zu behaupten, dass du deswegen ein Problem mit Radikalismus hast, zeigt wie du die ganze Szene vorverurteilst.

Das habe ich keineswegs. Das Problem, das ich sehe ist, dass alle auf den Rechtsradikalen herumreiten (zu Recht natürlich) aber Gewalt und Straftaten seitens der Linksradikalen werden irgendwie nicht so stark beachtet. Das ist natürlich nur mein Eindruck, kann natürlich sein, dass es etwas anders ist, doch das ist das so was ich in meinem Umfeld beobachten konnte.

Ich glaube der Freiheits- und Moralbegriff, den du hast, ist nicht so kompatibel mit dem Geist, der auf der Fusion herrscht. Verstehe mich nicht falsch, ich bin überzeugter Pazifist und auf der Fusion ist die Festivalstimmung wohl mitunter die friedfertigste, die man auf einem Festival erleben kann. Mir ist dort noch nie irgendeine Form von ernsthafter absichtlicher Gewalt aufgefallen. Aber es gehört genauso für viele Fusionist*innen zu diesem Freiheitsbegriff, den sie auf der Fusion ausleben, dazu, außerhalb dieser 5-Tage-Zauberwelt für ihre Rechte, Freiheit und politische Überzeugungen (solange sie nicht menschenfeindlich ist) und gegen Unterdrückung auf die Straße zu gehen. Da Menschen, die hinter ihren Überzeugungen stehen, auch mit den persönlich vertretbaren Mitteln für die Sache kämpfen und jeder aufgrund persönlicher Erfahrung und Überzeugung diese Linie woanders zieht, gibt es manche, die dabei auch mal Gesetze überschreiten. Das macht aber nicht alle, deren Vorstellung von Sozialer Gerechtigkeit über Mindestlohn und HartzIV hinausgeht, zu potentiellen Straftätern!


Dem stimme ich vollstens zu.
Wie bereits gesagt, ich habe nur was gegen die, die mit beschissenen Mitteln für ihre Sache kämpfen. Ob das dann im speziellen Falle gerechtfertig ist, ist eine ganz andere Diskussion.
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hardyharzen
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Re: Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

Beitrag von hardyharzen » Do 16. Jun 2016, 15:37

Unter der Annahme, dass "radikale Linke" eine kategorische Ablehnung von Nationalstaaten impliziert, möchte ich gerne mal erfahren, wie sich das mit "israelsolidarisch" unter einen Hut bringen lässt -- denn Israel ist nunmal ein Nationalstaat, und obendrein einer, dem weder suprematistische Ideologie noch die Errichtung isolationistischer Mauern besonders fremd sind.

Da bin ich ja mal gespannt...

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Re: Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

Beitrag von RollingRiot1312 » Do 16. Jun 2016, 22:21

hardyharzen hat geschrieben:Unter der Annahme, dass "radikale Linke" eine kategorische Ablehnung von Nationalstaaten impliziert, möchte ich gerne mal erfahren, wie sich das mit "israelsolidarisch" unter einen Hut bringen lässt -- denn Israel ist nunmal ein Nationalstaat, und obendrein einer, dem weder suprematistische Ideologie noch die Errichtung isolationistischer Mauern besonders fremd sind.

Da bin ich ja mal gespannt...
Israel bildet aufgrund des heftigen historischen und jetzigen Antisemtismus eine Ausnahme. Mein Motto ist: Solange es Antisemitismus gibt, muss es Israel geben!

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Re: Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

Beitrag von RollingRiot1312 » Do 16. Jun 2016, 22:24

Wäre Freitag um 14:00 Uhr bei der Oase für alle Interessierten in Ordnung?

kekskonstrukt
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Re: Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

Beitrag von kekskonstrukt » Do 16. Jun 2016, 22:26

RollingRiot1312 hat geschrieben:Wäre Freitag um 14:00 Uhr bei der Oase für alle Interessierten in Ordnung?
Freitag hab ich keine Supporterschicht, mir passt das gut.

hardyharzen
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Re: Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

Beitrag von hardyharzen » Fr 17. Jun 2016, 11:54

RollingRiot1312 hat geschrieben:"Israel bildet aufgrund des heftigen historischen und jetzigen Antisemtismus eine Ausnahme. Mein Motto ist: Solange es Antisemitismus gibt, muss es Israel geben!"
Dieser Logik folgend müsste es solange ein Deutschland geben, wie es Anti-Deutsche gibt. Your turn...

filthyalmighty
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Re: Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

Beitrag von filthyalmighty » Fr 17. Jun 2016, 13:16

hardyharzen hat geschrieben:
RollingRiot1312 hat geschrieben:"Israel bildet aufgrund des heftigen historischen und jetzigen Antisemtismus eine Ausnahme. Mein Motto ist: Solange es Antisemitismus gibt, muss es Israel geben!"
Dieser Logik folgend müsste es solange ein Deutschland geben, wie es Anti-Deutsche gibt. Your turn...
Ich würde gerne etwas Trollen um hier die peinliche Ernsthaftigkeit aus der Disskusion zu bekommen, aber hier kommt von allein Seiten so viel entblössend dämliches dass ich mich einfach damit begnügen werde dich als Held der Dialektik zu Küren.



und zu Hoxton kann ich nur sagen dass ich glücklicher weise ein Verständnis von Frieden habe dass es mir erlaubt Menschen wie dich auf einer friedlichen Veranstaltung wie der Fusion trotzdem mit angemessen viel disrespekt behandeln zu können, sonst würde ich ja total durchdrehen.

Peace and Harmony

SingerSwinger
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Re: Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

Beitrag von SingerSwinger » Fr 17. Jun 2016, 14:38

Freitag 14 uhr. alles klar, nur wo an der Oase? An der großen Feuerstelle, oder an welchem Ausgang genau?

zu der hier stattfindenden Diskussion: Gerade die "linke Szene" wird doch vom Staat verhälnismässig hart beobachtet, wobei Staatsorgane auf dem rechten Auge blind zu sein scheinen. ein berühmtes Beispiel: 10 Jahre hat man vom NSU nix mitbekommen, im Jahr der Aufdeckung haben es aber Feine Sahne Fischfilet in den VS-Bericht allein aufgrund Ihrer Liedtexte geschafft. vom NSU in dem Bericht kein Wort.... Ein Schelm der Böses denkt....
Von internen Ermittlern (Astrid "Schütt" Oppermann, Iris "Schneider" Plate, Maria "Block" Böhmichen, Mark Emery) und deren etwaigen Funktion als Agent Provocateur nicht mal angefangen...

Und zack kommt keiner mehr zum Workshop, hehe...

Ach Leute ich freu mich schon... Bis denne

PANdemiC
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Re: Workshop "Inklusion in der radikalen Linken"

Beitrag von PANdemiC » Fr 17. Jun 2016, 20:41

hardyharzen hat geschrieben:
RollingRiot1312 hat geschrieben:"Israel bildet aufgrund des heftigen historischen und jetzigen Antisemtismus eine Ausnahme. Mein Motto ist: Solange es Antisemitismus gibt, muss es Israel geben!"


Dieser Logik folgend müsste es solange ein Deutschland geben, wie es Anti-Deutsche gibt. Your turn...



Du hast die Logik nicht ganz verstanden, glaub ich. Es ist eher die Logik, die Gay Pride notwendig und Hetero Pride überflüssig macht. Nur weil es ein paar Homos gibt, die heterosexuellen Verkehr abstoßend finden, invalidiert das nicht die Notwendigkeit von Gay Pride.

Wäre auch am Workshop interessiert.

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