Hass gegen Polizisten

Archiv
Corleo
Beiträge: 127
Registriert: Di 5. Jul 2011, 17:03

Re: Hass gegen Polizisten

Beitrag von Corleo » Do 30. Jul 2015, 19:48

Loscher kennt selbst keine "geeigneten" Bücher.

soe
Beiträge: 18
Registriert: Mo 23. Jul 2012, 16:41

Re: Hass gegen Polizisten

Beitrag von soe » Do 30. Jul 2015, 21:09

Bei z.B. Punks oder Antifa hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten wenig geändert, wenn ich vom äußeren auf das innere schließe. Best mögliche Kopien bis in Detail, erstaunlich wie sich sowas hält.
Nazis raus, Freiheit für Mumia, Demos, Aktion machen, Konzerte, Party, ACAB
Danke Fusion !! Für immer 16! :D

dqm
Beiträge: 3
Registriert: Fr 31. Jul 2015, 00:55

Re: Hass gegen Polizisten

Beitrag von dqm » Fr 31. Jul 2015, 02:11

Wenn sich Polizist*innen darüber Beschweren dass sie sich auf dem Fusiongelände nicht outen können ist das so als ob sich Antifas darüber beschweren dass sie im NPD Parteibüro nicht willkommen sind (und ich ziehe bewusst nicht den entgegengesetzten vergleich, da dies eine Diskussion mit unseren lieben Polizistenverstehern unmöglich machen würde).

Polizist*innen üben einen Beruf aus, der sie per Definition zu den Ausübenden der Staatsgewalt macht. Politzist+innen arbeiten jeden Tag dafür dass Herrschaft aufrecht erhalten wird. Die Fusion versteht sich als herrschaftskritisch. Soviel zum Abstrakten, was das Konkrete betrifft (Abschieben, Einknasten, Demoprügeln, Drogenverfolgen, Zwangsräumen, Privateigentum verteidigen...) kann sich dass nun wirklich jede*r selber herleiten. Sie wurden dazu nicht verpflichtet oder zwangsrekrutiert. Sie haben sich dazu entschieden und können verdammtnochmal auch damit aufhören.

Des Weiteren werden hier immer wieder zwei Argumente in verschiedenster Art durchdekliniert:
a)"Ja, aber du/ich/meine Tante Gerda waren mal in der und der Situation X und da war´s dann echt dufte dass die Polizei ganz schnell da war.
Hierzuz ist 1. darüber nachzudenken inwiefern Situation X, bzw. die zu ihrer Entstehung notwendigen Vorraussetzungen, erst durch dass Vorhandensein von Polizei (bzw. der Strukturen die sie schützt) möglich wurde. 2. sollte mal darüber nachgedacht werden, ob diese Situation wirklich nur durch die Anwesenheit der Polizei gelöst werden kann. Die Menschheit hat tausende von Jahren ohne Polizei funktioniert und mannigfaltige gute und weniger gute Formen des Umgangs mit Devianz gefunden. Der Gaube (oder die Tatsache, da bin ich mir nicht so ganz sicher) dass eine entsolidarisierte und autoritätsgläubige gesellschaft nur funktioniert wenn für den Notfall immer Menschen mit Knarren und Knüppeln und oberhammergeilen Kampfsportskillz im Hintergrund lungern ist eben auch nur ein Symptom davon wie entsolidarisiert und autoritätsgläubig eine Gesellschaft ist.

b)"Ja, aber wir leben hier immerhin in einer Demokratie, und einen Rechtstaat, die können sich ja auch nicht aussuchen welche Gesetze die durchsetzen schließlich muss ja jemand dafür sorgen dass die Gesetze durchgesetzt werden und überhaupt kannste ja nie alles haben, wa?"

In die Diskussion ob Gesetze im allgemeinen wünschenswert sind möchte ich mich nicht einlassen. Ich machs mir einfach und greife die bestehenden Gesetze an: Gesetze definieren Rechtsansprüche ("Recht auf ______") und wägen diese gegeneinander ab. Theoretisch wird das Recht auf Eigentum in der BRD schon sehr hoch geachtet, ist nichtsdestotrotz in Schranken gewiesen. Praktisch gibt es keinen Rechtsanspruch der vom Recht auf Eigentum nicht ausgehebelt werden kann. Am plakativsten ist das natürlich beim Recht auf Leben (z.B. Abschiebungen *Wohlergehen der Volkswirtschaft= Recht auf Werterhalt des Eigentums aus dem jene Volkswirtschaft nunmal besteht>REcht auf Leben*, Obdachlose die im Winter Erfrieren *Recht auf Eigentum an vorhandenen Wohnraum>Recht auf Leben*). Die Polizei verteidigt aktiv und dauerhft das Primat des Rechts auf Eigentum. Das wird auch nicht dadurch besser dass dies demokratisch legitimiert ist.

Auf die "ich kenne Polizisten und das sind voll dufte Typen" Storys müsste mensch garnicht erst eingehen. Denken die Leute die sowas sagen ernsthaft, dass Menschen die sich unmoralisch/unterdrückend/beschissen verhalten weil sie durch und durch böse Schlechtmenschen sind? Ham wer nicht alle genug storys von kinderlieben Nazis, kunstsinnigen Tyrannen und echt kumpelhaften und voll lustigen ISIS-Crews gehört um zu kapieren dass evil is what evil does?
Wenn die wirklich so tolle Typen sind sollense den Scheissverein von Innen ssabotieren (konsequent aufhören beschissene Gesetze durchzusetzen) oder. aufhören.bei.der.Polizei.zu.arbeiten.

>rant.end()



*Dies sind zugegebenermaßen keine besonders häufig sichtbaren Vorkommnisse, aber auf globale Maßstäbe wollte ich die Diskussion nicht hochskalieren

dqm
Beiträge: 3
Registriert: Fr 31. Jul 2015, 00:55

Re: Hass gegen Polizisten

Beitrag von dqm » Fr 31. Jul 2015, 02:51

Corleo hat geschrieben:@Loscher und Müllpfandmarke
Welches Buch empfiehlt denn das literarische Duo zu diesem Thema?

Bin zwar nicht Teil des literarischen duos, würde aber trotzdem gerne helfen:

Zum faschistoid:
Bauernkämpfer "Der Faschismus in Europa" zum historischen und dann natürlich noch Teddys "Studien zum autoritären Charakter"

Zum Auftauchen der Polizei in der Geschichte:
Kenn da leider kein Standardwerk zu. Es ist jedoch allgemein anerkannt dass z.B. die Römer erst in der späten Republik eine polizeiähnliche Institution aufstellten.Seine Behauptung wäre somit falzifiziert. Fun Fact: Die dienten vor allem zur Unterdrückung der politisch aufbegehrenden Plebs. Dies ist in jedem besseren Buch zur röm. Geschichte nachzulesen.

Zur Pauschalisierung, Schwarz weiß Denken und linker Ideologie:
Nun, da Müllpfandmarke ihm nahegelegt hat IRGENDEIN Buch zu lesen würde ich ihm/ihr Poppers "die offene Gesellschaft und ihre Feinde" ans Herz legen. Da lernt er/sie was über Schwarz-Weiß Denken, einfache Wahrheiten, wie anständiges Argumentieren geht und vllt. sogar wie linke Ideologie mehr oder wenig fundiert angegriffen werden kann.

rotes.sternchen
Beiträge: 41
Registriert: Mi 1. Jul 2015, 15:11

Re: Hass gegen Polizisten

Beitrag von rotes.sternchen » Fr 31. Jul 2015, 07:51

Danke dqm.

Nicht ganz so ins Detail gehend, wäre da noch eine Nachfrage:

buki hat geschrieben:Sternchen: Bis auf den Wasserwerfer kenne ich für jede Situation die Du aufgezählt hast ein >ja<, also mindestens ein Beispiel.


Auch wenn ich bezweifel, dass Du es kannst, denn behaupten man kann, kann jeder. Deshalb untermauer Deine Aussage doch mal.

Mir würde es schon reichen, wenn nachweislich dargelegt wird, dass es aus einer Einsatzhundertschaft u./o. BFE bei einer Demo jemals eine Anzeige gegenüber einem Kollegen aus dieser Gruppe gegeben hat. (Und ich meine hier nicht den Fall, dass EHu ihre Zivten gepfeffert hat.)
By the way - welchen Job hatten vor ein paar Jahren die Jungs, die einen Lauten gemacht und dann stringent mal ihre Grenzen aufgezeigt bekommen haben?
Eben.

Muss sich wirklich niemand darüber echauffieren, wenn sie nicht erwünscht sind. Niemand muss Bulle sein.

Loscher
Beiträge: 6
Registriert: Do 2. Jul 2015, 13:38

Re: Hass gegen Polizisten

Beitrag von Loscher » Fr 31. Jul 2015, 10:26

Mir würde es schon reichen, wenn nachweislich dargelegt wird, dass es aus einer Einsatzhundertschaft u./o. BFE bei einer Demo jemals eine Anzeige gegenüber einem Kollegen aus dieser Gruppe gegeben hat
.

http://www.neues-deutschland.de/artikel ... teilt.html

Ganz aktueller Fall.

Solange das aber die krasse Ausnahme bleibt, reicht mir das noch lange nicht.

rotes.sternchen
Beiträge: 41
Registriert: Mi 1. Jul 2015, 15:11

Re: Hass gegen Polizisten

Beitrag von rotes.sternchen » Fr 31. Jul 2015, 12:16

@loscher:
Der Fall ist mir bekannt. Wollte nur wissen ob bei buki nur heiße Luft herrauskommt.

Das ist von wievielen Gewalttaten ggü. Demonstranten, Fussballfans, Menchen auf dewr Straße, Clubbesucher der einzige Fall?

Prox
Beiträge: 56
Registriert: Di 23. Dez 2014, 13:41

Re: Hass gegen Polizisten

Beitrag von Prox » Fr 31. Jul 2015, 14:27

dqm hat geschrieben: [...]



Danke, danke, DANKE!! Endlich mal jemand, der seine Meinung mit Argumenten darlegen kann und nicht denkt, er würde mit "Lies mal'n Buch" oder "Niemand muss Bulle sein"-Floskeln zur Diskussion beitragen. Danke auch - oder gerade wegen - der Formulierung "Der [Glaube] (oder die Tatsache, da bin ich mir nicht so ganz sicher)", wodurch du zugibst, die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen zu haben - obwohl in deinen Beiträgen mehr Weisheit steckt als im ganzen bisherigen Thread. Ich bin trotzdem nicht deiner Meinung. Aber ich finde sie erfrischend fundiert und freue mich darauf, mehr von dir zu lesen.

Tommes
Beiträge: 775
Registriert: Mi 18. Apr 2012, 19:56

Re: Hass gegen Polizisten

Beitrag von Tommes » Fr 31. Jul 2015, 20:09

Prox, eine einfache Frage. Du bist mit deinen Freunden auf der Fusion und weißt das ein Polizist bei eurer Gruppe ist, alle anderen wissen das nicht, die Jungs und Mädels sind ausgelassen und fühlen sich gut. Nun steht aber das Gesetz im krassen Gegensatz zu den Gegebenheiten, lässt dich das locker, feierst du weiter und ignorierst das einfach?

Prox
Beiträge: 56
Registriert: Di 23. Dez 2014, 13:41

Re: Hass gegen Polizisten

Beitrag von Prox » Sa 1. Aug 2015, 13:58

Tommes, eine einfache Antwort: kommt auf die Person an, nicht auf ihr Berufsbild.

Antworten