Alternativ-Faschismus/-Rassimus auf der Fusion

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robotronuser
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Re: Alternativ-Faschismus/-Rassimus auf der Fusion

Beitrag von robotronuser » Di 30. Jun 2015, 11:43

Dieses Mal ist mir die beschränkte Weltsicht einiger "alternativer" Besucher und auch, mit Ständen vorhandenen Organisationen aufgefallen. Antifa ist gut, keine Frage. Nazis sind in der bunten Parallelwelt auch völlig deplatziert aber z.B. das dicke "Nazis aufs Maul"-Banner an der Datscha hätte ich am Liebsten gleich abgefackelt. Das, genauso wie manch Kommentar auf den Wegen oder (übel!) das Verhalten einiger Zeltplatzbewohner (nüchtern und verstrahlt), zeigten deutlich, daß sie das Konzept irgendwie noch nicht verstanden haben.

Und selbst, wenn man kein(e) Faschist(in), sondern nur Spießer ist, könnte man seine Spießigkeit ruhig mal zuhause in seiner häßlichen, grauen Stadt lassen, wenn man zur FUSION kommt!


Mal was anderes: Die komplizierten Regeln für Anmeldung, Wiedereinreise, Paranoia usw. sind einem kommunistischen Land in fortgeschrittenem Stadium durchaus würdig und sehen in meinem Weltbild auch tendenziell faschistoid aus.

mangosaft
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Re: Alternativ-Faschismus/-Rassimus auf der Fusion

Beitrag von mangosaft » Di 30. Jun 2015, 20:09

ieeeh, bäh.
das ist nicht schön was ihr euch anhören musstest (wobei - ja, dass mit dem tshirt verstehe ich aus bereits von anderen genannten gründen).

ich habe euch beide (vermute ich mal so^^) übrigens irgendwann am tag gesehen und war ganz verzaubert davon, dass ihr auf japanisch miteinander gesprochen habt.
:)

so generell: abgesehen von vielen artists etc kam bei mir mal wieder die frage auf ob die fusion (das gilt natürlich irgendwie für viele festivals mit ähnlichem konzept, OAs etc) warumauchimmer eigentlich wirklich integrativ ist oder nicht...
einfach weil wenig menschen mit nicht-westlichem-aussehen da sind. also so wenige, dass mir aufgefallen ist, WENN ich mal welche gesehen habe.
liegt das an uns? liegt das an generellen sozio-kulturellen oder -ökonomischen gegebenheiten? ist das einfach ein 1:1 abbild der deutschen bevölkerungsstruktur?

StoneColdMe
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Re: Alternativ-Faschismus/-Rassimus auf der Fusion

Beitrag von StoneColdMe » Mi 1. Jul 2015, 11:01

Ich finde sogar, dass enorm viele Menschen aus der Region da waren. Mir sind unglaublich viele Kennzeichen aus Rostock, Güstrow, Parchim, Greifswald und co aufgefallen wie noch in keinem Jahr zuvor. Naja gut, das, was die eigene Annahme bestätigt, nimmt man immer eher wahr als das negierende. Dennoch, ich finde du hast recht.
Ja, ich bin scheiße. Musste jetz mit leben.

Prox
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Re: Alternativ-Faschismus/-Rassimus auf der Fusion

Beitrag von Prox » Mi 1. Jul 2015, 15:28

Schade, dass ihr diese Erfahrungen machen musstet, Gee. Für mich war es die erste Fusion und ich war positiv davon überrascht, wie tolerant alle miteinander umgegangen sind und wie frei jeder in seiner Selbstdarstellung war, speziell auch beim Thema Nacktheit. Rassistische Kommentare mir gegenüber habe ich selbst aber auch schon im linken Umfeld gehört. Teilweise denken die Leute, sie können sich das erlauben, weil sie es ja ganz anders meinen als die Rechten. Wie ich eine Message auffasse, hängt aber nicht davon ab, wie sie gemeint ist, sondern wie sie ankommt. Da sollten sich ein paar Leute vielleicht nochmal mit dem Vier-Ohren-Modell der Kommunikationswissenschaft auseinandersetzen. Ein rassistischer Spitzname durch eine Freundin ist für mich in Ordnung, weil wir entsprechend zueinander stehen und Spitznamen in aller Regel eine Person so oder so auf einzelne Aspekte reduzieren und ich aus meiner Andersartigkeit keinen Hehl mache. Wenn ich sowas von fremden Menschen hören würde, sähe es aber natürlich komplett anders aus und würde ganz klar diskriminierend aufgefasst werden.

Stichwort Diskriminierung durch wildfremde Menschen:

robotronuser hat geschrieben:Dieses Mal ist mir die beschränkte Weltsicht einiger "alternativer" Besucher und auch, mit Ständen vorhandenen Organisationen aufgefallen.

Das ist mir persönlich besonders bei dieser Feminist Bubble aufgefallen. Da hieß es auf den aushängenden Zetteln unter anderem, "Cis-Männer" seien explizit nicht eingeladen, da sie "in einer patriarchalen Gesellschaft weniger mit Bevormundung und Übergriffen konfrontiert" seien. Ferner hieß es, der "Ausschluss" [sic!] sei nicht persönlich gemeint und daher auch nicht persönlich zu nehmen; was ich von "Ich mein's ja so, also versteh's gefälligst auch so!" halte, steht ja oben - Stichwort Vier-Ohren-Modell. Und ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber Menschen alleine dafür, wie sie geboren wurden, auszuschließen, halte ich in dem Kontext für nicht sonderlich weise. Dass einer solchen Denke durch die Fusion-Orga auch noch Räume geboten werden, finde ich persönlich ziemlich kritisch. Da könnte ja jede Minderheit für sich einen exkludierenden Raum fordern. Fände es ja spannend zu wissen, was los gewesen wäre, hätte es eine Bubble für heterosexuelle Cis-Männer mit deutscher Geburtsurkunde unter Ausschluss aller weiblichen, queeren und undeutschen Menschen geben.

MashedMoose
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Re: Alternativ-Faschismus/-Rassimus auf der Fusion

Beitrag von MashedMoose » Mi 1. Jul 2015, 17:55

mangosaft hat geschrieben: ...kam bei mir mal wieder die frage auf ob die fusion ... eigentlich wirklich integrativ ist oder nicht...
Meine Theorie dazu ist, dass die Fusion ja keine offizielle Werbung macht sonder alles über Mund-zu-Mund-Propaganda läuft. So wird es mit gößer werdendem Abstand auch unwahrscheinlicher etwas von der Fusion zu erfahren.

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