Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

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Francccois
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Re: Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

Beitrag von Francccois » Do 2. Jul 2015, 13:38

rotes.sternchen hat geschrieben:@francccois:

Conexión Musical - Fight https://www.youtube.com/watch?v=Ks_SgT3qJnc

Danke, bin aber nicht so der HipHop-Fan.

Monika1980
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Re: Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

Beitrag von Monika1980 » Do 2. Jul 2015, 13:48

Francccois hat geschrieben:
rotes.sternchen hat geschrieben:@francccois:

Conexión Musical - Fight https://www.youtube.com/watch?v=Ks_SgT3qJnc

Danke, bin aber nicht so der HipHop-Fan.
Danke, war fast ein bischen Fusion zuhause, aber die Aussage ist auch sehr kritisch zu beachten. Man sollte es niemals mit Gewalt lösen! Gewalt kann einfach nicht die Lösung sein! Jeder hat ein Gehirn, auch diese Arschlöcher, die auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen (Und das sind nicht nur die Nazis).
Der Nazi oben bei der Fusion sieht ganz anderst aus wie die bei uns hier unten in Freiburg. Man sollte dem Menschen einfach mal wieder beibringen sein Gehirn einzuschalten und auch den Glauben zu haben dass alles gut wird. Kannst mich gern als Luftschlossdenkerin abstempeln, aber ich kann und will den Glauben nicht aufgeben, weil was hätten wir dann für eine Zukunft?
Reflektion:
Ich bin ein verspieltes Mädchen von 34 Jahren, die im Moment in der Pflege arbeitet. Ich habe zu genüge die Geschichten der Brutalität gehört und auch die psychischen und physischen Spätfolgen versorgt.
Kann es wirklich sein dass wirklich diese komplett Braingewaschene Rasse überlebt hat? Ich komme aus Freiburg und kann mich nicht wirklich in die Brisanz der Diskussion reinfühlen?
Zuletzt geändert von Monika1980 am Do 2. Jul 2015, 14:48, insgesamt 1-mal geändert.

rotes.sternchen
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Re: Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

Beitrag von rotes.sternchen » Do 2. Jul 2015, 13:50

Francccois hat geschrieben:
rotes.sternchen hat geschrieben:@francccois:

Conexión Musical - Fight https://www.youtube.com/watch?v=Ks_SgT3qJnc

Danke, bin aber nicht so der HipHop-Fan.
Der Text macht die Musik...

hwm
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Re: Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

Beitrag von hwm » Do 2. Jul 2015, 14:22

Francccois hat geschrieben:
bla bla bla

Langsam wird es echt anstrengend mit dir.

Niemand verlangt von dir, dass du selber militant gegen Nazis vorgehen sollst. Es gibt aber Kreise, für die es nicht nur legitim ist, sondern zum Selbstverständnis gehört. Wenn es dich interessiert, such dir Texte im internet und beschäftige dich mit dem Thema. Nach fast 20 Jahren Militanzdebatte habe ich da keine Lust mehr zu, nochmal von ganz vorne anzufangen.
Auch viele aus der Fusionorga kommen aus diesem linkem Spektrum. Natürlich gibt es, wie überall in der Linken, unterschiedliche Meinungen und Herangehensweisen. Und das ist auch gut so. Aber trotz aller Unterschiede, wird die Fusion der Orga sich niemals öffentlich gegen militante Aktionen gegen Nazis stellen. Das sieht man ja auch gut daran, dass das "Nazis aufs Maul Banner" während des ganzen Festivals hing.
Es gab früher mal einen schlauen Spruch: "Ob friedlich oder militant, wichtig ist der Widerstand". D.h. es war wichtig, dass verschiedene Aktionsformen parallel nebeneinander her existierten und sich akzeptierten. Niemand musste selber Gewalt ausüben, konnte diese aber von anderen Mitgliedern dieses Bündnisses akzeptieren. In Göttingen war es sogar mal eine zeitlang so, dass eine Menge Bürger nur auf die Straße gegangen sind, wenn ein militanter schwarzer Block dabei. Und das nicht, weil sie es selber so gut fanden, sondern weil dies ihr einziger Schutz vor Schlägernazis - und Bullen waren.

Und auch in HH war es ähnlich. Ich weiß nicht wie alt du bist, vielleicht war es vor deiner Zeit. Das ist ja ok. Aber wenn du keine Ahnung davon hast, solltest du dich nicht vermeintlich ironisch bei der Antifa bedanken. Jeder der deine Beiträge bisher gelesen hat weiß, dass es nicht ernst gemeint, sondern zynisch gemeint war.
Schau einfach mal nach Bildern und Videos, wie es z.B. nach der Weltmeisterschaft 1990 auf der Reeperbahn aussah. Da waren hunderte Nazis, die militant die Hafenstraße angreifen wollte. Und das war schon Jahre zuvor so. Gewalttätige Nazis die in HH Menschen zusammenschlugen, die nicht in ihr Weltbild passten. Erst mit der Besetzung der Hafenstraße und einer zunehmenden größeren autonomen Szene und auch Organisierung konnten die Nazis zurückgedrängt werden. Natürlich lag dies nicht nur an der Militanz, aber eben auch. Und das sieht man bis in die heutige Zeit. Vor 3,4 Jahren musste der Naziladen in der Talstraße schließen. Dies geschah aus zwei Gründen: 1. Weil es ständige Demos dagegen gab (friedlich) und weil der Laden oft entglast wurde (militant). Nur durch das Zusammenspiel der beiden Aktionsformen wurde es möglich, den Laden dort zu vertreiben. Denn schlussendlich hat der Vermieter gekündigt, weil er keine Lust auf die ständigen Aktionen dort hatte. Wenn es diese, auch militanten, Aktionsformen nicht geben würde, hätten sich die Nazis schon längst in ganz HH breitgemacht.
Nicht nur, aber auch durch solche Aktionen kannst du jetzt im schönen, gemütlichen Altona leben, wo rassistische Übergriffe selten sind. Nimm doch einfach mal zur Kenntnis, dass das Fakten sind, die du nicht wegdiskutieren kannst, egal wie "super-ironisch" deine Einwort-Antwortsätze sein mögen. :roll:

Und ja, du hast Recht, mittlerweile sind "wir" nicht mehr der Durchschnitt des Festivals. D.h. aber nicht, dass wir nicht an der ursprünglichen Intention der Fusion nicht festhalten. Genau deshalb sind wir alle dort seit vielen Jahren. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir mit unserer Meinung eines politischen Festivals zumindest der Durchschnitt der Orga sind. Ich hab kein Problem, wenn unpolitische Menschen dort feiern gehen. Das mache ich tatsächlich selber auch, meine Fusion-Bezugsgruppe besteht nicht aus "eingefleischten Linken".
Selbst wenn diese "Umpolitischen" nichts mitnehmen, diese Illusion habe ich schon lange nicht mehr, ist das völlig ok für mich. Trotzdem lasse ich mir von solchen Menschen nicht erzählen, was die Fusion ist und wie man sich da zu verhalten hat, oder halt nicht. Und wenn Leute dort scheiße bauen, sei es eine offensichtliche Nazi-Jacke zu tragen (natürlich nicht Lonsdale), sexistische oder homophone Kommentare ablassen oder was auch immer, dann müssen genau diese Leute mit der entsprechenden Reaktion rechnen, nämlich dass es auch mal knallt. Aber sich dann hinterher im Forum auszuholen über die pöse, pöse Gewalt ist erbärmlich.
Das heißt natürlich nicht, dass man bei jedem rassistischen Spruch sofort zuhaut, das macht wohl kaum jemand dort. Aber ein offensichtlicher Nazi, wie z.B. mit Ansgar Aryan Jacke, weiß worauf er sich einlässt.

Loscher
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Re: Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

Beitrag von Loscher » Do 2. Jul 2015, 14:25

Ja, ich habe mich extra registriert, um das hier zu schreiben... ;o)

Diskussionen wie diese hier gibt es ja jedes Jahr.
Und jedes mal erklären Vertreter_innen der einen Ansicht denen, die anderer Meinung sind, dass sie auf der Fusion nicht erwünscht seien und umgekehrt.
Und wenn ich noch einmal was vom "Geist der Fusion" lesen muss...
Das also macht Hui Bu, wenn er nicht gerade ein Schloss heimsucht!
Grundsätzlich ist auf der Fusion jede_r willkommen und wer sich an soziale Minimalstandarts hält darf auch bleiben.
Politische Naivität ist kein Ausschlussgrund.

Durch die vielen politischen Gruppen, die dieses Festival organisieren, ist die Fusion selbst natürlich politisch.
Und selbst jene Besucher_innen, die mit dem politischen Anspruch nix am Hut haben und ihn nicht verstehen, tragen durch das Geld, das sie auf dem Gelände ausgeben zur Unterstützung wichtiger linksradikaler Projekte bei.

Dass hier auf nunmehr 11 Seiten ein Vorfall dikutiert wird, zu dem keine_r der Forist_innen hier nähere Informationen und Hintergründe zu bieten hat, macht jeden weiteren Kommentar zur Sinnhaftigkeit der Diskussion überflüssig.

Was übrig bleibt ist ein bitterer Einblick in die gefährlich naive bis Grauzone- bzw Querfrontlastige Vorstellungswelt einiger User hier.
Rechts = Links, einem Nazi kann man das Arschloch aus der Rübe kuscheln, das äussere zählt nicht, selbst wenn es mit einem Reichsadler "verziert" ist...

Dieses Bliblablubb wurde in diesem Forum schon bis zum Erbrechen beantwortet und es wird auch weiterhin nicht bei jenen hängen bleiben, welche die gefährliche und revisionistische Extremismustheorie immer wieder fressen wie süßen Brei und sie dann mit ihrer Galle hier ins Forum erbrechen.

Wer weiß, wie es war, als Anfang der 90er die Nazis nach der und durch die "Wiedervereinigung" ihre ganz große Chance gesehen haben und so richtig durchgedreht sind, wer die brennenden Heime, die angegriffenen Projekte, wer die Toten nicht vergessen hat, der weiß auch, das "Nazis aufs Maul" kein cooler Mackerspruch ist(sein muss) sondern leider bittere Notwendigkeit.

Wer zwar nicht grundsätzlich gegen Gewalt ist, aber das Monopol dafür bei den Herrschenden belassen möchte, erinnert sich nicht daran, dass eben diese die Nazis mindestend wohlwollend ignoriert, oft aber auch praktisch unterstützt haben. Der_Die hat vergessen oder weiß nicht, wer aus jugendlichen Provinznazis den NSU geformt hat, wer ihnen die Waffen besorgt hat und wer zehn Jahre später entsprechende Beweise einfach mal so im Schredder vernichtet hat.

Wer Antifa für unnötig hält, wer sogar sagt, Antifa sei "so schlimm wie die Nazis", dem ist nicht mehr zu helfen.
Auf die Fusion darf so eine_r aber trotzdem gerne kommen. Kann mir bei der Masse an politischen Besucher_innen völlig egl sein.
Vielleicht bleibt ein bisschen was hängen - zum Beispiel dass für das Ambiente und für den Umgang auf der Fusion kein ominöser "Geist" verantwortlich ist, sondern die Menschen, die mit ihren linksradikalen Ansprüchen das Festival zu dem machen was es ist.

Freq_15
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Re: Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

Beitrag von Freq_15 » Do 2. Jul 2015, 14:32

@ hwm

Grossartige Zusammenfassung :!:

Freq_15
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Re: Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

Beitrag von Freq_15 » Do 2. Jul 2015, 14:36

Loscher hat geschrieben:Wer Antifa für unnötig hält, wer sogar sagt, Antifa sei "so schlimm wie die Nazis", dem ist nicht mehr zu helfen.
Auf die Fusion darf so eine_r aber trotzdem gerne kommen. Kann mir bei der Masse an politischen Besucher_innen völlig egl sein.
Vielleicht bleibt ein bisschen was hängen - zum Beispiel dass für das Ambiente und für den Umgang auf der Fusion kein ominöser "Geist" verantwortlich ist, sondern die Menschen, die mit ihren linksradikalen Ansprüchen das Festival zu dem machen was es ist.

Na die Anmeldung hat sich doch gelohnt 8-)

Ich habe auch kein Problem mit unpolitischeren Besucher/inne/n...aber wenn eben jene einem erzählen wollen, das man den Anspruch der Fusion in fast 20 Jahren nicht begriffen hätte, dann kann ich nurnoch mit dem Kopf auf die Tischkante klatschen :lol:

hummingbird
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Re: Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

Beitrag von hummingbird » Do 2. Jul 2015, 20:16

jetzt muss ich mich doch nochmal einschalten, nachdem ich erst die Diskussion mit angestoßen habe und mich dann zurück gezogen habe.

ich möchte nicht, dass die Fusion unpolitischer wird, ich habe dieses Jahr mal wieder mehr über tolle Projekte, spannende Ansichten, großartige Ideen und wunderschöne Träume gelernt und gehört als im ganzen Jahr davor. Ich finde nicht, dass sich die Partypeople die Fusion zu eigen machen dürfen (und ich stimme zu, wie es auch vorher erwähnt wurde, dass dies niemals der Fall sein wird). Und ich will auch sicher keine Nazis, Rassisten, Homophoben oder andere Idioten auf der Fusion (und ich weiß, dass ich dies der Orga, der Antifa und all jenen Leuten, die auch mal rausschmeißen zu verdanke ist).

Worüber ich euch berichten wollte - und eure Meinung zu hören - war meine Angst in diesem Moment. Ich kenne solche Angriffe, so viel Hass nicht. Und ich war erschrocken dies auf der Fusion zu finden (vor einem Flüchtlingslager oder in der Hafenstraße finde ich einfach etwas anderes). Es ist nicht übertrieben von mir, wenn ich behaupte, dass dieser Moment mir den Schlaf in den letzten Tagen geraubt hat.

Nur eine Meinung und eine Frage von einer durchaus nicht unpolitischen aber ungewaltätigen Fusionbesucherin.

@Loscher: danke für deinen Kommentar, habe dadurch sehr viel mehr verstanden als durch die ablehnenden Kommentare davor.

Strichvogel
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Re: Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

Beitrag von Strichvogel » Do 2. Jul 2015, 20:54

Ich bin tatsächlich zu jung, um die Dinge so richtig mitbekommen zu haben, wie hwm oder loscher sie beschrieben haben. Ich wohne wahrscheinlich zu weit weg von den Brennpunkten der Nation, wo Nazis sich als solche zu erkennen geben und Gewalt verbreiten. Ich habe vielleicht auch in meiner Jugend die falschen "Nazis" kennengelernt, denn heute ist keiner mehr von denen einer.
Ich bin wahrscheinlich auch einer der unpolitischeren Festivalbesucher, auch wenn ich durchaus über verschiedene Dinge im Bilde bin.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich die linke, in Teilen eben auch linksextreme Ausrichtung des Festivals sehr gutheisse. Ich fand die Atmosphäre angenehm und ich fand es schön zu sehen, dass sich so viele Menschen in einem Bereich engagieren, der dringend Engagement braucht. Denn Nazis kann ich auch kein bisschen leiden.

Und wenn dann da eine Person ist, die eine zweifelhafte Jacke trägt, dann ist das scheisse und ziemlich wahrscheinlich völlig bescheuert. Aber bin ich denn der einzige, der ein verdammt ungutes Gefühl im Bauch kriegt, wenn diese Person dann von einer Überzahl Schläger potentiell lebensgefährlich verletzt wird? Ich kann mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Situation mit ein wenig mehr Grips nicht besser zu lösen gewesen wäre.

Dass ein Mensch, der Hass, Intoleranz und Gewalt gegenüber Andersdenkenden und -seienden predigt, ekelhaft und widerwärtig ist - Haken dran.
Dass eine Vielzahl solcher Menschen mit einem einheitlichen Ziel eine Gefahr für eine freie Gesellschaft darstellen - Haken dran.
Dass man mit allen Mitteln einer freien Gesellschaft gegen diese Gruppierungen vorgehen sollte, auch mit Gewalt, wenn nötig - Haken dran.
Nur, dass dieser eine Hansele in diesem Augenblick unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung bedroht hat, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Nur weil da ein Nazi steht, darf man noch lange nicht sein eigenes Hirn ausschalten.

knax
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Re: Schwarze Wolke, Schlägerei am Sonntag

Beitrag von knax » Fr 3. Jul 2015, 11:12

Aber bin ich denn der einzige, der ein verdammt ungutes Gefühl im Bauch kriegt, wenn diese Person dann von einer Überzahl Schläger potentiell lebensgefährlich verletzt wird? Ich kann mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Situation mit ein wenig mehr Grips nicht besser zu lösen gewesen wäre.

nein bist du nicht. Ich kann mir auch durchaus ein oder zwei varianten zur gewaltarmen beilegung der situation vorstellen. Allerdings fallen mir auch einige möglichkeiten ein, wie die situation haltlos eskalieren könnte. Ohne den gesammten vorfall bzw die verhältnisse zu kennen macht es einfach keinen sinn über verhältnismäßigkeit von gewalt zu diskutieren.

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