Will hier denn keine_r über den Preis reden?

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RoteZora
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Will hier denn keine_r über den Preis reden?

Beitrag von RoteZora » Do 19. Dez 2013, 16:02

Hallo Leute,

leider habe ich das PW vom Mailaccount verlegt, auf dem immer der Fusion-Newsletter kam. Da ich mal annehme, die Crew hat es schon erklärt per Newsletter, hoffe ich, dass mir das jetzt jemand erklären kann:

Warum wird die Fusion schon wieder teurer? 90 + 10 Euro sind viel Geld und ich habe keine Ahnung, ob ich mir das überhaupt leisten kann. Eigentlich nicht. Ich finde es sehr schade, weil dann immer mehr Menschen das Festival nicht mehr besuchen können, die leider nicht so viel Geld haben (oder aus politischen Gründen haben wollen). Außerdem wird die Fusion immer als "unkommerziell" beworben, ich frage mich, wo das eigentlich noch der Fall sein soll. Der "Service" auf der Fusion ist natürlich Hammer mäßig (Shuttlebus, eigene Getränke und Essen überall erlaubt, versch. Kunstformen, Workshops etc.), aber es gab in den letzten Jahren immer wieder Veränderungen, die meiner Meinung nach nicht zu einem unkommerziellen Festival passen (z.B. Becks Bier -> gibbet auf jedem Festival).

Naja, das sei vielleicht mal dahingestellt, aber trotzdem: Warum so teuer?

Danke schon mal für die Info und die Diskussion,
Rote Zora
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DieEnteMedusa
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Re: Will hier denn keine_r über den Preis reden?

Beitrag von DieEnteMedusa » Do 19. Dez 2013, 16:09

Den Newsletter findest Du auch komplett hier im Forum, einfach mal suchen....
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Ulfmann
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Re: Will hier denn keine_r über den Preis reden?

Beitrag von Ulfmann » Do 19. Dez 2013, 16:16

Ich mach das mal:
1. Es war zu voll, haben viele gesagt und wir sagen auch – JA, ES WAR ZU VOLL !

Dies war es nicht, weil wir zu viele Karten verkauft haben oder weil durch das feuchtkühle Wetter alle immer auf Trab waren und permanent rumgelaufen sind. Die Zahl der verkauften Tickets lag mit 60.000 zwar bereits über dem letzten Jahr, aber dank der relativ vielen kurzfristigen Stornierungen konnten wir sogar noch ein paar Tausend davon in das Arbeitsamt laufen lassen, um Arbeitswillige davon abzuhalten über den Zaun zu springen und sich dabei den Finger abzureißen. Am Ende kamen über die Tür maximal 62.500 zahlende oder arbeitende Besucher_innen. Dazu gingen an die Künstler_innen und alle beteiligten Gruppen gut 8.000 Freikarten. Damit waren es offiziell ca. 70.000 Fusionist_innen und damit wäre es zwar voll aber lange nicht so voll gewesen.

Es war zu voll, weil Tausende ohne ein Ticket angereist sind und angesichts unserer, mitunter viel zu laschen Kontrollen in den Eingangsbereichen, sowie der reichlich genutzten Option des Zaunhoppings ohne Bezahlen mitgefeiert haben. Nach den Zahlen der übers Arbeitsamt verkauften Tickets und spontanen Bändselkontrollen auf dem Gelände, gehen wir von 10.000 + X ticketlosen Besucher_innen aus. Ca. die Hälfte haben wenigstens noch ne Arbeitsschicht geleistet, andere sind mit allen Tricks und ohne sich dafür auch nur im Geringsten kritisch zu hinterfragen eingesickert und haben ordentlich gefeiert.

DANKE an euch alle, die ihr einen Scheiß auf FAIR PLAY gegeben habt und damit Kraft eures Egos dazu beigetragen habt, dass die Fusion nie wieder so sein kann, wie sie bisher war! Ihr habt dem Festival die Unschuld geraubt und uns die Illusion genommen, dass die Fusion auch in Zukunft ohne Kontrolle an alle Ecken und Enden machbar wäre.

Vielleicht seht ihr das Problem nicht und sagt, war doch noch okay, aber wir sagen, dass wenn trotz aller Planung und einem Jahr mühevoller Arbeit an den Defiziten des vergangen Jahres erneut alle Kapazitäten wie Platz zum Feiern oder Chillen, Essen, Toiletten, Duschen, ... permanent am oder hinterm Limit sind, dann können wir nicht tatenlos abwarten, bis diese Entwicklung das Festival zum Kollabieren bringt, um dann den Exitus zu erklären.

Eine weitere Entwicklung in diese Richtung mit tausenden Besucher_innen, die sich nicht an die Spielregeln halten und versuchen ohne Ticket auf das Festival zu gelangen, gefährdet am Ende die Sicherheit von allen Besucher_innen und damit explizit den Fortbestand des Festivals!

Vielleicht war es ja auch etwas naiv, dass wir trotz zehntausender Verliere_innen bei der Ticketvergabe auf Fair Play gesetzt und alle eindringlich aufgefordert haben, nicht ohne Ticket zu kommen.

Jetzt sind wir leider schlauer und haben gelernt, dass wir Gefahr laufen, an unserem Erfolg und der Faszination die das Festival auslöst zu scheitern, sofern wir diese Entwicklung nicht stoppen können.

Das Überklettern des Zaunes haben viele teuer bezahlen müssen.

Über 30 schwere Handverletzungen, abgerissene Finger, die rund-um-die-Uhr-Blockierung aller Operationssäle der umliegenden Krankenhäuser, schwere Folgeschäden, teils lebenslange Behinderungen und Verkrüppelungen der Betroffenen sind andere Aspekte der Problematik, die uns zum Handeln zwingen.

Für die Zukunft bedeutet dies, dass alle, die im kommenden Jahr ohne Ticket anreisen, massiv am Betreten des Geländes gehindert werden und alle, die ohne Bändchen auf dem Festival unterwegs sind, garantiert kein entspanntes Fusion-Wochenende auf Kosten der Mehrheit verbringen werden!

Dies bedeutet leider auch, dass im kommenden Jahr für die erforderlichen Maßnahmen eine Menge Kosten entstehen werden, um eine strikte „no ticket – no entrance“ Politik 2014 auch durchzusetzten.

Alleine schon aus diesem Grund wird der Eintrittspreis steigen. Womit wir beim Zweiten unserer großen Probleme diesen Jahres angelangt wären:

2. DIE PENUNSEN REICHEN NICHT!

Die Produktion des Festivals sowie die vom Kulturkosmos zumeist im Zusammenhang mit der Verbesserung der Festivalinfrastruktur betriebenen Bauprojekte und Investitionen, haben unseren finanziellen Rahmen deutlich überschritten. Der nunmehr im dritten Jahr gehaltene Eintrittspreis von EUR 70,- konnte die Kosten bei weitem nicht mehr decken. Die Dimension hatte sich spätestens Anfang Juni abgezeichnet, aber im direkten Vorfeld des Festivals konnten wir kaum noch gegensteuern. Das überhaupt so ein unerkanntes großes Defizit entstehen konnte, hängt viel damit zusammen, dass bei uns nicht, wie in der Wirtschaft üblich, mit Ausschreibungen oder Kostenvoranschlägen gearbeitet wird, sondern das Meiste durch unsere eigenen Angestellten und/oder Vereinsmitglieder realisiert wird. Da fehlt es uns eben manchmal an der Erfahrung die Kosten vorherzusagen und manchmal hätten wir auch einfach nur 1 und 1 zusammenzählen müssen ...

Auch der bei allen Beteiligten der Fusion gewachsen Anspruch, jedes Jahr eher noch ne Schippe drauf zu legen als irgendwo mal kürzer zu treten, hat die Kostenspirale in fast allen Bereichen deutlich nach oben geschraubt und nun haben wir unsere eigene Finanzkrise und droht uns ganz akut das Geld auszugehen.

Damit wir nicht absaufen und sowohl das anstehende at.tension- Festival als auch den Rest des Jahres finanzieren können, haben wir beschlossen, uns einen eigenen Rettungsschirm zu basteln. Wir werden deshalb ein Vorabkontingent von 5.000 Festivaltickets für 2014 zeitnah über unsere Webseite verkaufen. Die Aktion wird im August stattfinden und der Stichtag wird kurzfristig über diesen Newsletter angekündigt werden.

Es gilt dafür das alte Prinzip „first comes – first serves“.

Am 1. Dezember startet dann die Registrierungsphase für die reguläre Verlosung der Ticketkaufoptionen, die am 15.12.2013 stattfinden soll.

Wie steil wird denn nun der Ticketpreis 2014 ansteigen?

Die Situation ist leider so verfahren, dass ein moderater Preisanstieg die Kuh nicht mehr vom Eis bringen kann und auch angesichts der zu erwartenden Mehrkosten für Geländesicherung und Security die aus Problem Nr. 1 entstehen, können wir jetzt schon sagen, dass der Preis im kommenden Jahr auf € 90,- zzgl. Müllpfand steigen muss. Dazu haben wir uns selbst einen Sparkurs verordnet und werden so manches Projekt etwas eindampfen bzw. werden alle Bereiche einem Controlling unterziehen, um in Zukunft unsere Ausgaben besser im Blick zu halten.

Damit ihr einmal eine ungefähre Vorstellung bekommt, wie und für was hier das ganze Geld ausgegeben wird, haben wir die Ausgaben aus 2012 einmal rudimentär aus der aktuellen Buchhaltung/Steuererklärung zusammengefasst. Die Auflistung findet ihr hier: http://kulkos.net/expenses.12.pdf

Da ist schon für jeden Laien abzusehen, dass bei Ausgaben von EUR 5.281.247,- und den Einnahmen aus dem Ticketverkauf 2012 (incl. Müllpfand und Porto) von ca. EUR 4.850.000,- keine Kostendeckung ersichtlich ist und somit bereits 2012 defizitär war. Dies wurde im 1. Halbjahr 2013 natürlich nicht besser.

Als uns diese Erkenntnis gedämmert hat, war der Ticketverkauf für 2013 schon gelaufen ...
So, und wenn du nun einfach jeden Monat einen 5er zur Seite legst, dann passt das doch. Ich persönlich finde auch 100 Euro immer noch unschlagbar.

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Re: Will hier denn keine_r über den Preis reden?

Beitrag von DieEnteMedusa » Do 19. Dez 2013, 16:22

Ulfmann hat geschrieben: Ich persönlich finde auch 100 Euro immer noch unschlagbar.

Sehe ich auch so.
Bei anderen Festivals zahlst Du genau so viel (oder sogar mehr), aber die gehen dann nur von Freitag Mittag bis Sonntag Abend.
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Re: Will hier denn keine_r über den Preis reden?

Beitrag von RoteZora » Do 19. Dez 2013, 16:26

Klar, andere Festivals haben aber auch einen ganz anderen Anspruch. Oder sind die Ansprüche der Fusion jetzt schon so runter gegangen?

Nachdem ich den NL gelesen habe muss ich sagen, dass ich fast froh bin in der ersten Runde keine Karte gekriegt zu haben, denn dann überlege ich mir das mal noch. Mehr Security und Zaunabsicherung - klasse. Da freut man sich doch. Und wenn ich mir die Ausgaben-Tabelle so ansehe, kann ich nur sagen, dass die Artists ja ganz schön teuer sind, da kann man ja mal sparen.
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Re: Will hier denn keine_r über den Preis reden?

Beitrag von RoteZora » Do 19. Dez 2013, 16:59

Ulfmann hat geschrieben:Ich mach das mal:

So, und wenn du nun einfach jeden Monat einen 5er zur Seite legst, dann passt das doch. Ich persönlich finde auch 100 Euro immer noch unschlagbar.
Schade nur, dass man die Karten schon so früh bezahlen muss. Und jeden Monat ein 5er? Jetzt untertreibst du aber: Anfahrt, Essen, Getränke Ticketpreis, Rückfahrt, plus Bonus, nicht jeden Tag jeden Cent rumdrehen zu müssen (also nur die letzten beiden)... alleine beim preis müsstest du jetzt schon 15 Euro jeden Monat zurücklegen und das kannste gerne noch mal drauf tun, um alle Kosten abzudecken.
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Re: Will hier denn keine_r über den Preis reden?

Beitrag von Realitätsfern » Do 19. Dez 2013, 17:11

RoteZora hat geschrieben: Warum wird die Fusion schon wieder teurer?
"Schon wieder" ist etwas übertrieben - der Preis war doch die letzten Jahre stabil.

Für mich ist die Fusion von Preis-Leistung her absolut unschlagbar!

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Re: Will hier denn keine_r über den Preis reden?

Beitrag von Wuk » Do 19. Dez 2013, 17:32

Ich vermute, dass eine Woche Camping auf einem normalen Campinplatz an der Meklenburgerischen Seeenplatte gleichviel oder mehr kostet.
Nur dort hast Du keine Bespassung mit all den Floor's, Theater, Performens usw.

D.h. ist die Fusion unschlagbar billig!
Wenn Du Dir 100 E nicht leisten kannst, dann gibt es immer noch die Möglichkeit beim
Arbeitsamt eine Schicht zu übernehmen. So kostet Dich der Spass nur noch die Hälfte.

Schlussendlich muss Du für Dich entscheiden, was besser ist, draussen, in der gewöhnlichen Welt eine Job zu machen und der Fusion dann Geld bringst, oder ob Du in der Fusion ein Job machst und Du den Anlass direkt mit Deiner Mitarbeit unterstützst.

Einfach nur umsonst dort hingehen und sich bespassen zu lassen wär sehr egoistisch und erinnert eher an ein Verhalten, wie man es aus Zeiten von den Konoialherren kennt.

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Re: Will hier denn keine_r über den Preis reden?

Beitrag von melan » Do 19. Dez 2013, 19:03

dann wirst du wohl aus politischen gründen abstriche machen wollen.

essen und trinken musst du auch ausserhalb der fusion, das argument zieht leider nicht.

freq
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Re: Will hier denn keine_r über den Preis reden?

Beitrag von freq » Do 19. Dez 2013, 19:24

Es ändert sich trotzdem nichts an der Feststellung, das man als Hartzer (sic!) eben nicht viele Möglichkeiten zum Sparen hat...

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