!!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

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tomatenpaprika
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Re: !!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

Beitrag von tomatenpaprika » So 28. Jul 2013, 16:17

bitte kein stände-bashing, wenn das geld knapp wird!

warum standgelder nicht in der kalkulation auftauchen, verwundert schon. denn glaubt mir: die stände müssen schon recht erheblich zahlen: standgeld nach standgröße, stromwassermüll, personaltickets - nur 3 waren glaub ich inclu. + 10% des umsatzes, neuerdings „spende“ genannt.

es kommen die kosten für personal, waren, transport von stand, ware, unterkunft, steuer, fixkosten für versicherung, berufsgenossenschaft etc. ja noch dazu - kein standbetreiber kann sich die 3fuffzich für die portion in die tasche stecken & damit in die südsee fahren.

bin selbst mit meinem stand (veget. & veganes essen) den sommer über auf verschiedenen festivals & habe jahrelang auch die fusion gern mitgemacht.

versteht mich nicht falsch, habe mich bewußt aus dem „klassischen“ berufsleben ausgeklinkt, mein job macht mir richtig spaß, es ist echt viel arbeit, aber genau das, was ich will.

ich verwende nur gute zutaten (bio - jeder weiß, was das mehr kostet) frisch zubereitet im laden. & nicht - wie auch auf der fusion öfter gesehen - frosttüte von wALDi auf & rin-in-topp. (beobachtet mal, wenn ihr in der schlange steht - es gibt wirklich große unterschiede!) qualität hat ihren preis & der ist bei vielen ständen mit guten zutaten & personalintensiver handarbeit durchaus gerechtfertigt.


warum übrigens mache ich die fusion nicht mehr mit? der verdienst war wegen der recht hohen kosten nicht wirklich üppig, aber das festival war einmalig, super atmoshäre, richtig schön.

nein, war nicht der grund. es war der umgang der ferien“kommunisten“ mit mir als standbetreiber (privatbesitz an produktionsmitteln & so) - der umgang war wie mit einem unerwünschten, aber notwendigen übel.

standplatzvergabe nach den postwurfprinzip - diskutiert wird nicht! (angestammte standplätze werden an imbisswagen! neu vergeben...) dauerhafte stromausfälle, fließendes wasser nicht möglich (standrohr direkt hinterm laden), nehmt halt kanister - beim lebensmittelverkauf! unkoordinierte orga, patziger tonfall, kapitalistenschwein-ansagen etc.

leider wurde nicht verstanden, daß ein festival nur durch die zusammenarbeit aller erst richtig gut wird & die stände wirklich ihren teil dazu beitragen.

da kann ich auf dem kommerz-melt arbeiten, das ist auch nicht billig. aber die orga klappt, der umgang ist der unter partnern & es gibt sogar einen sauberen mitarbeiterInnen-bereich mit duschen & klos ohne anstehen.

es wird sicher weiterhin gute stände auf der fusion geben, die die unhandlichen bedingungen akzeptieren & ich wünsche denen sehr, daß sich da mittlerweile was verbessert hat.

Ulfmann
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Re: !!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

Beitrag von Ulfmann » So 28. Jul 2013, 22:22

Sowas in der Richtung habe ich hier (letztes Jahr glaub ich) auch schon einmal angesprochen. Reaktion seitens der Fusion Crew (zumindest des Users, der unter diesem Nickname hier unterwegs ist) war ein klares Abstreiten solcher Behauptungen. Bin dann auch nicht weiter drauf eingegangen, weil ich selbst keinen Stand betreibe und dies nur aus erster Hand erfuhr.

Forum Crew
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Re: !!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

Beitrag von Forum Crew » So 28. Jul 2013, 22:54

@Ulfmann:
Richtig.

Hier hat sich auch schonmal ein Standbetreiber dazu ähnlich geäußert:
Hohe Eigenkosten + Standgebühren = gerade mal so +/-Nullkalkulation für ein Fusionstand.

Im Übrigen:
WENN die Fusion die komplette Standversorgung selbst machen würde, wären nicht nur die (sicheren) Standeinnahmen futsch, sondern müsste auch noch erheblich mehr Umsatzsteuer gezahlt werden, was so eine "Ihr macht doch Haufen Umsatz, also habt ihr doch Kohle ohne Ende"-Milchmädchenrechnung vollständig zerstören kann, da die Finanzämter nicht doof sind und für alles einen Beleg haben wollen.

Insofern:
Bitte keine Vorurteile, bevor ihr keine komplette Standeinnahmenbuchführung seitens des Komitees gelesen habt.
Natürlich:
Verbesserungen kann und muss es überall geben - sicherlich auch hier.
Aber sich "reich stoßen" oder ähnliches, was ich hier gelesen habe, ist in punkto Stand-/Barverdienst schlichter Unfug.

kobalt
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Re: !!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

Beitrag von kobalt » Mo 29. Jul 2013, 03:12

Hallo Forum Crew,

ist es richtig, dass die im Newsletter genannte Ausgabenaufstellung die Ausgaben des gesamten Kulturkosmos e.V. im Jahr 2012 darstellt? Also alles was dazugehört, inkl. dem at.tension, Bauprojekten, regionale Programme und so weiter, die durchaus unabhängig von der Fusion stattfinden können?

Gibt es weitere Einnahmen des Kulturkosmos e.V., neben den Einnahmen aus den Ticketverkäufen für die Fusion und falls ja, werden diese vollständig veröffentlicht?

Niemand will euch vorverurteilen oder euch vorwerfen, euch "reich zu stoßen", aber wer eine "Pfenniggenaue" Ausgabenaufstellung einer ca. Angabe bei einem Teil der möglichen Einnahmen gegenüberstellt und somit eine Preiserhöhung rechtfertigen will, muss sich nicht wundern, wenn da mal nachgehakt wird.

V-sie kommen
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Re: !!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

Beitrag von V-sie kommen » Mo 29. Jul 2013, 07:16

Tachjen,

interessant welche Emotionen hier hochkochen und wie ich der Ton im Forum verändert.. Das ist etwas, was ich wirklich schade finde...

Nun, die Fusion Menschen haben sich verrechnet - mal wieder. Ok, das passiert leider sehr oft, wenn das Controlling anscheinend nur halbherzig durchgeführt wird. Ich glaube nicht, das Geld "verloren gegangen" ist oder ähnliches. Sie haben sich schlicht und ergreifend vertan. Das wird hoffentlich so nicht wieder passieren. Ich bin Abteilungsleiter und bewege jedes Jahr ca. 1 Mio Euro - und musste den kaufmännischen Teil meiner Arbeit auch erst lernen und arbeite eng mit unserem Controlling zusammen. Das fiel mir als freidenkender, kreativer Kopf anfangs sehr schwer. So wird es den Fusion Leuten wahrscheinlich auch gehen. Zahlen und Kunst/Kreativität, das passt schwerlich zusammen. Offensichtlich fehlt da der Erde/Blau Typ in der Gesamtgruppierung.

Irritiert bin ich durch bestimmte Beiträge hier.. Auch wenn die Fusion den Habitus des Freizeitkommunismus trägt, so funktioniert dieser wunderbare Freiraum trotzdem in einem marktwirktschaftlichen System, welches dazu in bestimmten Rahmen staatlich reguliert wird. Und ich finde den Ansatz "soundsoviel Prozent teurer! ..... Da stimmt was nicht mit der Abrechnung..." Usw usf. schon, sagen wir mal, frech. Ich sehe den Ansatz eher so: Danke Fusion, das Ihr uns soviele Jahre so günstig Euer Festival anbieten konntet.

Das ist jetzt halt vorbei. Auch die Fusion ist im Kapitalismus gefangen und muss dies für sich endlich erkennen. Und wir alle auch. Ich halte 90,- für viel zu wenig, um dauerhaft und nachhaltig dieses Festival zu sichern. Man bedenke nur Inflation, steigende Preise für Energie (!) etc. Und evtl. möchten auch die Mitarbeiter des Kulturkosmos irgendwann eine Gehaltserhöhung bekommen oder deren Verträge sind eh an einen entsprechenden Tarif gekoppelt.

Zum Thema "ich hüpfe über den Zaum wenn mir es passt" und "ich will nicht den Kuchen, ich will die ganze Bäckerei". Das sind alles hehre Ziele, aber letztendlich auch nur egoistisch und unreflektiert. Wir leben nunmal in einem regulierten Staat, und in diesem Falle ist die regulierende Behörde das Ordnungsamt. Das Ordnungsamt legt z.B. den Umfang des Sanitätsdienstes fest. So, und wenn nun die Zahl der Besucher die Summe des verordneten SanDienstes übersteigt, dann.. Aus die Maus. An die Haftpfichtversicherung gar nicht zu denken.

Dinge ändern sich. Zeiten ändern sich. Dieses Festival ist im Vergleich mit Anderen der absulote Traum und wie ein Freund von mir sagt: Versuch das Ding hier mal in China zu machen.
Und wenn es nun an der Zeit ist Dinge glatt zu ziehen, auch bestimmten Leuten vor den Kopf zu stossen und die Fusion endlich auf eine anständige, saubere Basis zu ziehen - dann ist das so.

BKirchner
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Re: !!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

Beitrag von BKirchner » Mo 29. Jul 2013, 11:26

@V-sie kommen:

Das stimmt schon; nur:
Beim Kulturkosmos handelt es sich um einen als gemeinnützig anerkannten Verein und keine GmbH.
Damit verbunden ist der wichtigste Unterschied, dass ein Verein keine größeren Gewinne in Anbetracht des Gesamtetats machen darf.

Andererseits ist man auch nicht gleich insolvent, nur weil man ein paar Miese auf dem Konto hat.
Es ist halt immer ein schwieriger Balanceakt zwischen echter Gemeinnützigkeit (Geld weggeben, was übrig ist) und kleinere Reserven anzuhäufen, wenn es mal eng wird, weil es im Prinzip keine größeren Reserven geben darf (streng genommen darf es auch keine kleineren Reserven geben; nur projektbezogene Mittel, die verwendet werden sollen).

funkyjay
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Re: !!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

Beitrag von funkyjay » Mo 29. Jul 2013, 13:09

Was einige mal Berücksichtigen sollten: der Verein lebt nicht nur dafür, um die Fusion durchzuführen.
In früheren Beiträgen in diesem Thread meinten einige: ja, aus z.B. dem at.tension Festival entstehen ja auch Einnahmen, mit denen die Fusion querfinanziert werden soll.
Ich denke eher umgekehrt soll daraus ein Schuh werden. Der enorme Erfolg der Fusion sichert und finanziert die ganzen anderen Projekte(zumindest theoretisch). Siehe auch: http://www.kulturkosmos.de/de/background/ und http://www.kulturkosmos.de/de/foerderfond/


und btw: rechtlich gibts keine Verpflichtung für einen Geschäftsbericht bei Vereinen.
Niemand hat ein Problem damit, wenn irgendwo hingeschissen wird...solange es nich vor der eigenen Haustüre passiert.

V-sie kommen
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Re: !!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

Beitrag von V-sie kommen » Mo 29. Jul 2013, 16:27

@ BKirchner:

Ich verstehe den Bezug zur Rechtsform nicht. Ich arbeite für eine gGmbH, und sei es nun e.V. oder halt gGmbH - wirtschaftliches Handeln ist beiden vorgegeben. Ich habe nichts davon gesagt, das die Fusion ein Profitcenter werden soll.

Und es muss zwar kein Geschäftsbericht, sehr wohl aber ein Rechenschaftsbericht schriftlich vorgelegt werden. Also alle Ein- und Ausgaben.

kobalt
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Re: !!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

Beitrag von kobalt » Mo 29. Jul 2013, 22:08

@funky

Du hast schon recht. Die Fusion wird veranstaltet, damit der Verein leben und gutes tun kann und nicht umgekehrt. Das war so, das ist so und das soll auch so bleiben!
Die Einnahmen aus dem at.tension alleine werden das Defizit auch nicht ausgleichen. Zusammen mit den Standgebühren, den Umsatzbeteiligungen, Spenden, staatlichen Förderungen, Mitgliedsbeiträgen und was nicht sonst noch so alles, können die aber durchaus ihren Teil dazu beitragen. Nach mehr wird hier eigentlich auch nicht gefragt.

Achtung! Es folgen reine Mutmaßungen:
Es ist nur so, dass die scheinbare (ich kann das scheinbare garnicht deutlich genug betonen, hier fehlt imho einfach die Transparenz) "Milchmädchenrechnung" (Alle Vereinskosten(?)-Nur Ticketverkäufe für die Fusion=Defizit) vielen Leuten quasi ins Auge springt.

Selbst wenn das Defizit aus 2012 nach Anrechnung sämtlicher Einnahmen "nur" die Hälfte beträgt, das Defizit für 2013 aber ebenso hoch ist und die 500.000 Euro aus den Ticketverkäufen für 2014 im August bitterdringend benötigt werden, warum wird das dann nicht so kommuniziert?

Meine Mutter sagt immer: "Wer redet, dem wird geholfen!"

pippo_88
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Re: !!! Fusion-Newsletter 3/2013 -- Das Fusion Fazit !!!

Beitrag von pippo_88 » Mi 31. Jul 2013, 14:11

glimmen hat geschrieben:Ich seh's anders. Wenn nicht so viele auf den großen Bühnen abhängen würden, wären die kleinen ja noch voller. Und ob jetzt mehr kommen, weil es eine große Bühne mehr gibt, oder diese nicht eher mit den Massen mitwächst... Das ist doch müßig.

Wie hätte man die Entwicklung steuern können? Genauso wenig, wie meinetwegen Kreuzberg der Gentrifizierung was engegenzusetzen hat. Es gibt ein phänomenales Gesamtprodukt, das fasziniert. Das weckt nun mal Begierden. Totschweigen hat ja einige Zeit funktioniert, aber das war einmal.
+1
Man muss nunmal einsehen dass auch Festivals mit der Zeit gehen und nicht stagnieren. Sieht man doch bspw. auch bei RaR.
Ein guter Vergleich mit der Gentrifizierung - stamme selber aus Kreuzberg und muss nur immer wieder mit dem Kopf schütteln wenn ich zum Heimaturlaub wieder durch das Viertel gehe... :evil:

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