Tickets nur noch gegen Arbeit?

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barbaz
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Tickets nur noch gegen Arbeit?

Beitrag von barbaz » So 7. Jul 2013, 16:12

Hallo zusammen,
wir hatten auf der Rückfahrt über die Idee gesprochen, Tickets generell (oder zu großen Teilen) nur noch gegen Arbeit zu vergeben. Will heißen: Mit dem Kauf verpflichte ich mich meinen Teil in Form eine Arbeitschicht beizutragen.
Die Umsetzung dürfte zwar schwierig, aber nicht unmöglich sein - schließlich ist das Gehampel mit den Tickets ja auch bewältigt worden.
Ich denke, dies wäre eine gut Möglichkeit mehr Leute auf dem Festival zu haben, die den Geist mittragen und würde einer All-Inclusive-Mentalität ('ich hab jetzt 80€ für das Ticket bezahlt, jetzt will ich dafür unterhalten werden und jemand anders soll dafür meinen Dreck/Müll wegmachen') vorbeugen.
Sogenannte 'Touristen' wird es immer geben und ich kann mit ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass jemand seine erste Fusion nicht als Tourist auf einem anderen Planeten erlebt..
Was haltet ihr generell von der Idee? Und bei Gefallen, was denkt ihr, wie man das umsetzen könnte?

gruß,
Jan

zolaaar
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Re: Tickets nur noch gegen Arbeit?

Beitrag von zolaaar » So 7. Jul 2013, 16:28

Du meinst das Ticket voll bezahlen und trotzdem arbeiten? Nichts für mich, milde gesagt.

Nee, sorry, für mich geht das zu weit mit dem "Ferienkommunismus" u.ä. Festival sollte immer noch Festival, also Spaß und miteinander Feiern im Vordergrund, bleiben und kein sozialistisches Arbeitslager.

Außerdem wird sich das nicht realisieren lassen, in keinster Weise, angefangen bei der Ausgabe der Tickets - und danach denjenigen auch wirklich zur Arbeit anzuhalten, weil nach dem Einlass kann derjenige tun was er will - zur "Arbeit" gehen oder feiern... wer will das kontrollieren? Irgend'ne Art von Festival-Polizei?

Willkommen in der DDR 2.0...

barbaz
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Re: Tickets nur noch gegen Arbeit?

Beitrag von barbaz » So 7. Jul 2013, 16:55

Du meinst das Ticket voll bezahlen und trotzdem arbeiten? Nichts für mich, milde gesagt.
Ja genau. Ich dachte an ein System ähnlich dem Müllpfand, nachdem ich meine Arbeit erledigt habe kriege ich das Geld dafür zurück.
Nee, sorry, für mich geht das zu weit mit dem "Ferienkommunismus" u.ä. Festival sollte immer noch Festival, also Spaß und miteinander Feiern im Vordergrund, bleiben und kein sozialistisches Arbeitslager.
Während 3-5 Tagen ist eine Arbeitschicht zu übernehmen glaube ich nicht zu viel verlangt. Jenachdem welche Arbeit und mit welchen Leuten kann das ja auch Spaß machen. Der Spaß sind dann die Früchte der (kollektiven) Arbeit.
Außerdem wird sich das nicht realisieren lassen, in keinster Weise, angefangen bei der Ausgabe der Tickets - und danach denjenigen auch wirklich zur Arbeit anzuhalten, weil nach dem Einlass kann derjenige tun was er will - zur "Arbeit" gehen oder feiern... wer will das kontrollieren? Irgend'ne Art von Festival-Polizei?
Das sich das in keinster Weise umsetzen lässt wage ich stark zu bezweifeln..
ausschlaggebend ob jemand zu seiner Arbeitsschicht auftaucht könnten sein
-die Höhe des Arbeitspfandes
-Gruppendruck, oder wer ist stolz darauf nichts getan zu haben?
-oder die Drohung dann nächstes mal halt kein Ticket zu kriegen, die Daten hat man ja wegen den personalisierten Tickets eh
Zugegeben, die letzte Möglichkeit stößt mir sauer auf, aber so wurde es auch Freunden von mir, die dieses Jahr noch gegen Arbeit ein Ticket bekomme haben gesagt (kann natürlich auch nur ein Bluff des Arbeitsamtes gewesen sein..)

Hartkopfhose
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Re: Tickets nur noch gegen Arbeit?

Beitrag von Hartkopfhose » So 7. Jul 2013, 16:58

Die Idee finde ich super, lässt sich aber bei einer solch großen Masse nicht umsetzen, da keine (soziale) Kontrolle stattfinden kann.

Solange Leute wie der Meinung sind, dass 70 Tacken viel Geld für ein Festival wären, wird es wohl leider nicht gehen.

Zudem:
Die große Masse an Arbeit fällt jetzt - nach dem Festival - und davor an. Heißt:
Zusagen müssten an mehr Zeit für das Festival gekoppelt werden; heißt mehr Urlaub geht für die Fusion drauf etc....und da glaube ich werden viele nicht mitmachen bzw. einfach nach Hause fahren. Und dann?
Was sollen die Veranstalterinnen dann machen?

Ergo:
Es gibt keine funktionierende Bestrafung bei der Sache. Ohne Ticket nächstes Jahr bleiben zu müssen, wird dann viele nicht davon abhalten, einfach trotzdem ihr eigenes Ding durchzuziehen.

Dennoch:
finde die Idee super!

barbaz
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Re: Tickets nur noch gegen Arbeit?

Beitrag von barbaz » So 7. Jul 2013, 17:41

Ich denke mit den Menschen, die 'ihr eigenes Ding durchziehen', muss man sich ja eh jedes Jahr auseinandersetzen, aus welchen Gründen auch immer sie kein Ticket haben (pleite, verplant, oder Pech bei der Verlosung gehabt).

Das die dadurch generierte Arbeit zeitlich nicht mit dem tatsächlichen Arbeitsaufwand zusammenfällt ist allerdings ein schwere Punkt, aber wären die Leute, die jetzt schon beim Auf- und Abbau helfen tatsächlich davon betroffen? Steht die Arbeit während des Festivals dadurch in Konkurrenz zum Auf- und Abbau?

Ich glaube das mehr Helfer während des Festivals immer zu gebrauchen / beschäftigen sind - weniger Arbeit für den einzelnen und wie fein wärs, wenn sich nirgends Müllhaufen ansammeln, bzw Helfer nicht gestresst werden?

Die fehlende Kontrolle durch hohe Preise zu ersetzen wäre auf jeden Fall eine Möglichkeit, allerdings möchte man ja niemanden ausschließen, weil er es sich nicht leisten kann das Pfand vorzustrecken..

Es wäre ja auch möglich das Ticket-Kontingent in verschiedene Optionen aufzuteilen, ein Teil regulär und ein Teil mit Arbeitspflicht.

Sorry, ich finde die Idee so gut, das ich sie noch nicht begraben will :) Vlt hat ja noch jemand ne zündende Idee, wie man das bewerkstelligen könnte.

zolaaar
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Re: Tickets nur noch gegen Arbeit?

Beitrag von zolaaar » So 7. Jul 2013, 17:46

barbaz hat geschrieben:
Du meinst das Ticket voll bezahlen und trotzdem arbeiten? Nichts für mich, milde gesagt.
Ja genau. Ich dachte an ein System ähnlich dem Müllpfand, nachdem ich meine Arbeit erledigt habe kriege ich das Geld dafür zurück.
Das gesamte Geld zurück? Und wo bleiben dann die Ticket-Einnahmen für den Kulturkosmos?

~50,000 und jeder bekommt eine Schicht zugeteilt? Dann viel Spaß beim einteilen. Logistisch relativ unmöglich.

barbaz hat geschrieben: oder die Drohung dann nächstes mal halt kein Ticket zu kriegen, die Daten hat man ja wegen den personalisierten Tickets eh
Und das, barbaz, klingt für mich too much nach Repressalien, Sanktionen, Drohungen - wer, der eigentlich ne gute Zeit haben will, will sich damit in seiner Freizeit beschäftigen? Ich persönlich arbeite die ganze Woche z.T. auch am Wochenende - wenn ich dann auch noch an einem Wochenende, dass ich wirklich nur zum Abschalten brauche und gewählt habe noch gezwungen werde, arbeiten zu müssen, weil ich sonst nie wieder kommen darf, dann kann ich gleich zu Hause bleiben. Ich geh zur Fusion, um mal dem Arbeitsalltag zu entfliehen und nicht um dort unter Androhung von Ticketentzug arbeiten zu müssen. Hallo? Ich wär glaub ich nicht der einzige. Ganz ehrlich, deine/eure Idee ist absolutes Gift für die Stimmung auf einem Festival, auch für die Fusion.

barbaz
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Re: Tickets nur noch gegen Arbeit?

Beitrag von barbaz » So 7. Jul 2013, 18:10

Das gesamte Geld zurück? Und wo bleiben dann die Ticket-Einnahmen für den Kulturkosmos?
Nee, nicht das gesamte Geld, sondern eine Art 'Arbeitspfand' das zusätzlich zum Ticketpreis bezahtl wird, so wie der Müllpfand auch.
Und das, barbaz, klingt für mich too much nach Repressalien, Sanktionen, Drohungen
Sehe ich eigentlich auch so, wäre aber trotzdem eine Möglichkeit, und nur um das sammeln der Möglichkeiten geht es mir gerade. Auf die Idee bin ich auch erst gekommen nachdem meinen Freunden das dieses Jahr so verklickert wurde, als sie ihr Ticket kriegten.
Ich persönlich arbeite die ganze Woche z.T. auch am Wochenende - wenn ich dann auch noch an einem Wochenende, dass ich wirklich nur zum Abschalten brauche und gewählt habe noch gezwungen werde, Arbeiten zu müssen, weil ich sonst nie wieder kommen darf, dann kann ich gleich zu Hause bleiben.
Ich denke die Mitarbeit auf der Fusion lässt sich nicht mit Alltagsarbeit vergleichen, alleine schon das ganze drumherum sollte es ein wenig erträglicher machen. Von nie wieder und Fusion-Verbot auf Lebzeit war doch garnicht die Rede.
Ich geh zur Fusion, um mal dem Arbeitsalltag zu entfliehen und nicht um dort unter Androhung von Ticketentzug arbeiten zu müssen. Hallo? Ich wär glaub ich nicht der einzige. Ganz ehrlich, deine/eure Idee ist absolutes Gift für die Stimmung auf einem Festival, auch für die Fusion.
Warum siehst du gleich jemanden mit der Peitsche hinter dir stehen? Mitarbeit zum modus operandi zu erheben empfinde ich überhaupt nicht als 'Gift' für die Stimmung, gerade auf der Fusion.

buki
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Re: Tickets nur noch gegen Arbeit?

Beitrag von buki » So 7. Jul 2013, 21:44

Wenn es sich umsetzen lässt, wäre das die effektivste Variante die Fusion zu optimieren.

Niemand besudelt das Festival, in das er aktiv Arbeitsleistung (nicht Geld) reingesteckt hat, denn es wird ein Teil von einem selbst.

Ich behaupte: Die Leute die hier von Arbeitslager schwafeln sind die Menschen, die (von mir aus unterbewusst) aus einer diffusen Angst vor Veränderung herraus Innovation sabotieren. Die Fusion geht mehrere Tage. Da 6 Stunden zu investieren ist nur ein Bruchteil. Und davon abgesehen hat es (für mich) bis jetzt immer Spaß gemacht auf der Fusion zu arbeiten. Jedes Jahr, obwohl ich das Geld nicht immer brauchte.

Wenn Ihr Wörter wie Arbeitslager benutzt, habt ihr nicht das geringste Verständnis davon, was ein Arbeitslager wirklich ist. Denn da wird man ausgebeutet und erhält von dem Produkt nicht ein bisschen Gegenleistung.

Aber wie gesagt, das zu organisieren halte ich für schwer, aber es ist definitiv nicht unmöglich. Und hätte vermutlich eine extrem konstruktive und positive Wirkung auf die Besucher.

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Re: Tickets nur noch gegen Arbeit?

Beitrag von cheshirecat » So 7. Jul 2013, 22:27

buki hat geschrieben:Wenn es sich umsetzen lässt, wäre das die effektivste Variante die Fusion zu optimieren.

Niemand besudelt das Festival, in das er aktiv Arbeitsleistung (nicht Geld) reingesteckt hat, denn es wird ein Teil von einem selbst.

Ich behaupte: Die Leute die hier von Arbeitslager schwafeln sind die Menschen, die (von mir aus unterbewusst) aus einer diffusen Angst vor Veränderung herraus Innovation sabotieren. Die Fusion geht mehrere Tage. Da 6 Stunden zu investieren ist nur ein Bruchteil. Und davon abgesehen hat es (für mich) bis jetzt immer Spaß gemacht auf der Fusion zu arbeiten. Jedes Jahr, obwohl ich das Geld nicht immer brauchte.

Wenn Ihr Wörter wie Arbeitslager benutzt, habt ihr nicht das geringste Verständnis davon, was ein Arbeitslager wirklich ist. Denn da wird man ausgebeutet und erhält von dem Produkt nicht ein bisschen Gegenleistung.

Aber wie gesagt, das zu organisieren halte ich für schwer, aber es ist definitiv nicht unmöglich. Und hätte vermutlich eine extrem konstruktive und positive Wirkung auf die Besucher.
WORD!

zolaaar
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Re: Tickets nur noch gegen Arbeit?

Beitrag von zolaaar » Mo 8. Jul 2013, 03:57

buki hat geschrieben:Niemand besudelt das Festival, in das er aktiv Arbeitsleistung (nicht Geld) reingesteckt hat, denn es wird ein Teil von einem selbst.

Ich behaupte: Die Leute die hier von Arbeitslager schwafeln sind die Menschen, die (von mir aus unterbewusst) aus einer diffusen Angst vor Veränderung herraus Innovation sabotieren. Die Fusion geht mehrere Tage. Da 6 Stunden zu investieren ist nur ein Bruchteil. Und davon abgesehen hat es (für mich) bis jetzt immer Spaß gemacht auf der Fusion zu arbeiten. Jedes Jahr, obwohl ich das Geld nicht immer brauchte.

Wenn Ihr Wörter wie Arbeitslager benutzt, habt ihr nicht das geringste Verständnis davon, was ein Arbeitslager wirklich ist. Denn da wird man ausgebeutet und erhält von dem Produkt nicht ein bisschen Gegenleistung.
Solange das auf freiwilliger Basis läuft, hab ich kein Problem damit (was ja schon der Fall ist, mit dem AA). Bei "Zwang" und "Sanktion" und "Drohung" sträuben sich mir aber die Nackenhaare. Dann werden halt alle Besucher zur Arbeit verdonnert und wer nicht mitzieht, dem droht Ticketentzug, so wie das hier explizit der Vorschlag war. Daher mein Vergleich mit "Arbeitslager" (schon klar, dass es in der Konsequenz nicht das gleiche ist, im Ansatz aber schon).

Der Fehler ist nicht beim Publikum zu suchen (Müll etc), sondern bei der Organisation. Da muss man ansetzen und nicht versuchen die Besucher zu erziehen. Das ist ein totalitärer Gedanke und das gefällt mir absolut nicht.

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