Programmheft 2013

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mirror
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Registriert: Mo 16. Mai 2011, 08:31

Re: Programmheft 2013

Beitrag von mirror »

alice_d25 hat geschrieben: meine kritik an den programmhefttexten hat 2 stränge. der eine strang hat einen antirassistischen hintergrund. das meinte ich anbringen zu können, weil sich die fusion explizit als linkes festival definiert. .
Dies war mir klar und finde, das ist auch gut so
alice_d25 hat geschrieben: in der linken wird seit einiger zeit die tatsache diskutiert, dass zuschreibungen hinsichtlich hautfarbe, ethnie oder nationalität rassistische strukturen am leben erhalten. zumindest für betroffene ist dies eine tatsache. ich find es sinnvoll, menschen nicht nach ihrer herkunft oder hautfarbe einzuteilen - wie es der rassismus tut. ich finde es gut, wenn menschen nicht auf das festgelegt werden, was oder "wo" sie vermeintlich sind.

Auch wenn ich solche Diskussionen, wenn überhaupt, nur noch am Rande mitbekomme, so war die Stoßrichtung schon klar
alice_d25 hat geschrieben: ich kann noch hinzufügen, dass ich kultur nicht als etwas angeborenes verstehe. deswegen kann ich auf deine frage nur mit einer gegenfrage antworten: würdest du eine gruppe, die bayrische volksmusik macht, als bayrisch bezeichnen, wenn deren mitglieder nicht aus bayern kommen?
Antwort:
mirror hat geschrieben: Hätte da ne einfache Frage: Wie kommt es, daß es. Z.B., bayrische Musik gibt, die aus eben aus Bayern kommt, mit ihrer ganz speziellen Art? (Nachtrag: und so entstanden ist und nicht, z.B., wie indische Musik strukturiert ist)
Ist es nicht so, daß die Geschichte, das Land, etc, die Menschen prägen und Gruppierungen formen.
Sprache hatte ich noch vergessen
Von daher würde ich mal deine Gegenfrage mit „Nein“ beantworten
Auch wenn das jetzt, für mich erstmal, die Realität widerspiegelt, so wirft dies natürlich die nächste Frage auf, muß ich gestehen. Ab wann kann man einen Bayern, als Bayern bezeichnen. Wenn er dort 1 Std gelebt hat, 1 Tag, 1 Jahr, das Leben lang, oder x Generationen? Dem entkomm ich dadurch natürlich nicht.
Aber das Denken findet nun mal in der Sprache statt, und jede Bezeichnung, definiert und begrenzt etwas.
alice_d25 hat geschrieben: * wenn ja, woher weisst du, wie sich die leute selbst bezeichnen wollen und ob die das gut finden, wenn du ihnen das label "bayrisch" anklebst?
Und was ist, wenn derjenige dies selbst wichtig ist, um zu erklären, aus welch einem Milieu er herkommt und damit die Form der Einflüsse auf seine Musik?
alice_d25 hat geschrieben: * wenn nein, welchen sinn macht dann jegliche auf herkunft und ethnie abzielende kategorisierung - in der musik und auch sonst?
Denke, soweit hatte ich alles geschrieben, was mir dazu klar und unklar ist
alice_d25 hat geschrieben: deswegen fände ich es toll, im fusionprogrammheft statt von nationalen oder ethnischen labels von der sprache zu schreiben, in der gesungen wird, von kulturellen einflüssen - auch lokalen - und von musikgenres. ich kann und will es der schreiber_in nicht verbieten, es trotzdem zu tun. ich sage nur, dass nationale oder ethnische labels im fusionprogrammherft für mich nicht informativ sind.
und jetzt bin ich an der stelle, wo ich meine argumente wiederhole. ich mags nicht alles nochmal hinschrieben. siehe oben.
Ich finde die ethnischen Zuschreibungen nicht als das Problem, sondern, daß diese Zuschreibungen Wertungen beinhalten. Und die hebt Mensch nicht auf, indem das Problem umgangen wird. Selbst wenn gesagt wird, dies ist in dieser unserer, jetzigen Realität nicht anders zu Händeln, so sollte einem bewußt bleiben, daß es nicht die Lösung, sondern nur eine vorläufige Krücke ist.
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