das recht am eigenen bild...

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steppenwolf
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Re: das recht am eigenen bild...

Beitrag von steppenwolf » Do 12. Jul 2012, 12:01

>solltest du meiner aufforderung nicht nachkommen, werde ich rechtliche schritte einleiten - auch das meine ich ernst.<

Bringt rein garnichts, weil wie schon erwähnt: Hier liegt ein Foto von einer Veranstaltung vor, auf der es kein allgemeines Fotoverbot gibt sondern nur eine Bitte zum richtigen Umgang mit den Bildern. Da es kein FOto von dir ist sondern von einem Festivalgelände und einer Bühne kannst du rechtlich genau 0 tun, egal wie hochauflösend das Bild ist. Ist genau das gleiche als wenn du ganz vorn rechts im Bild und erkennbar wärest und das Foto nicht hochauflösend in einer Zeitschrift abgedruckt würde. Solang nicht DU das "Objekt" bist was fotografiert wurde sondern nur zufällig mit auf dem Bild gibt es keine rechtliche Grundlage etwas dagegen zu tun. Selbst wenn du 2m vor der Kamera stehst und reinschaust und hinter dir der Eiffelturm ist wärst du nicht im Recht. Das ist leider blöd für Leute die nicht aufs Foto wollen aber auch gut für Fotografen, ansonsten könnte man nämlich ohne Anwalt keine Fotos von öffentlichen Plätzen mehr machen.

Hier nochmal die Rechtslage:

Der strenge Einwilligungserfordernis des § 22 KUG würde die Presse- und Kunstfreiheit nahezu unmöglich machen. Daher sieht § 23 KUG u.a. folgende drei Ausnahmen vor, nach denen Personenfotos auch ohne Einwilligung des Abgebildeten veröffentlicht werden dürfen:
a) Bilder aus dem Bereich der Zeitgeschichte
b) Bilder, auf denen die Person nur als Beiwerk erscheint und
c) Bilder von Versammlungen und Aufzügen.


Ob der Fotograf das Bild nun rausnimmt oder nicht ist seine Sache und ich könnte es gut verstehen, wenn er es nicht tut, denn es ist eigentlich ein ziemlich cooles Bild. In dem Zusammenhang würd ich auch ganz gern mal wissen, ob ich dazu die EXIF sehen kann!? ;)

Ulfmann
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Re: das recht am eigenen bild...

Beitrag von Ulfmann » Do 12. Jul 2012, 12:20

Es ist aber schon irgendwie interessant - nach allgemeinem Tenor wird eine weitestgehend anti-deutsche Haltung eingenommen, man ist gegenseitig Kumpel, hilft, teilt, lacht und ist entspannt, hinsichtlich Minderjähriger ist man auch recht easy-going unterwegs, Drogen sind ok und werden überall toleriert, aber sobald einem nach dem Festival irgend etwas sauer aufstößt, wird direkt mit Klage gedroht und sich auf den guten, vermeintlich verlässlichen Rechtsstaat berufen. Vor dem Hintergrund, dass der Fotograph mehrfach betont hat, allen entgegen zu kommen, die irgendwie Schwierigkeiten damit haben, finde ich die Reaktion sehr taktlos.

Davon abgesehen kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen, was so schlimm daran ist, wenn man sich auf dem Bild wieder entdeckt. Ich würde es sogar witzig finden und mir fällt kein einziger Mensch in meinem Bekannten- und Kollegenkreis ein, der einen unheilvollen Blick auflegen würde, wenn man mich dort erkennt. Aber da spreche ich nur für mich.

mario1089
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Re: das recht am eigenen bild...

Beitrag von mario1089 » Do 12. Jul 2012, 12:24

danke, steppenwolf, für die aufklärung in sachen rechtslage.

Ich bin jetzt erstmal ein paar tage weg, und werde in der zeit darüber nachdenken, ob ich es ganz lösche, einzelne nach wunsch verpixele (mail to: fusion-panorama@gmx.de) oder versuche, einen grossen teil der erkennbaren personen unkenntlich zu machen.

Witoldy
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Re: das recht am eigenen bild...

Beitrag von Witoldy » Do 12. Jul 2012, 12:25

Einfach den Fotoapparat zu Hause lassen, den/die Moment/e an sich genießen und die Erinnerung im Kopf haben. Verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso Leute ständig mit Kameras rumlaufen um das "Feeling" einzufangen. Das geht auf Fotos erstens nicht und zweitens können es Leute die nicht auf einem Konzert oder einer derartigen Veranstaltung waren überhaupt nicht nachvollziehen. Und dieses ständige profilieren wie cool und hip man ist, indem man Fotos auf FB reinstellt ist einfach nur abartig.

Ulfmann
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Re: das recht am eigenen bild...

Beitrag von Ulfmann » Do 12. Jul 2012, 12:41

Naja ich möchte schon noch selbst entscheiden wollen, ob Eindrücke in dieser oder jener Situation zurück kommen, wenn ich entsprechende Bilder sehe.

Außerdem besteht ein hoher, praktischer Nutzen für all die, die jeden Morgen mit einem Filmriss aufwachen 8-)

crewnah
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Re: das recht am eigenen bild...

Beitrag von crewnah » Do 12. Jul 2012, 12:45

@ulfman:
was du nachvollziehen kannst und was nicht, ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. nicht egal ist mir, wenn ohne mein einverständnis fotos von mir veröffentlicht werden - wie in diesem fall geschehen.
und auf dein anti-deutsch-vs-rechtsstaat-ding gehe ich gerade einfach mal gar nicht erst ein..
über die rechtliche lage wurden wir gerade aufgeklärt - ok., lässt sich nichts machen. fakt ist: da gibt es ein bild von mir (und hunderten anderen)im netz, von dem ich nicht möchte, dass es dort ist. ich wurde nicht gefragt (und die hunderte anderen auch nicht). wenn das jetzt ein stinknormales panorama-foto wäre, auf dem man eh niemanden genau erkennen kann - drauf geschissen. aber hier kann man an fast jedes gesicht ranzoomen.
derjenige, der es in´s netz gestellt hat, kann sich jetzt überlegen, ob er es drin lässt (das recht hätte er ja dazu), damit aber zumindest gegen meinen willen (und potentiell den von hunderten anderen) handelt, oder ob er so cool ist, und es rausnimmt (was eigentlich zu spät ist, denn, wie wir alle wissen: das internet vergisst nichts, und was einmal öffentlich war, wird es bleiben).
wenn irgendwer für seine private fotosammlung auf der fusion bilder macht - von mir aus. aber behaltet den kram auf eurem rechner / in eurem fotoalbum und teilt es nicht mit der ganzen welt.

Hatchet
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Re: das recht am eigenen bild...

Beitrag von Hatchet » Do 12. Jul 2012, 12:55

Witoldy hat geschrieben: Verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso Leute ständig mit Kameras rumlaufen um das "Feeling" einzufangen.
Um dies zu ergründen, muss man sich mit der Psyche des Menschen auseinandersetzen. Eine mögliche (recht simple) Erklärung liefert beispielsweise die Maslowsche Bedürfnishierarchie. Das Teilen der Bilder mit Gleichgesinnten, Freunden, Bekannten sprich sozialen Kontakten setzt demnach auf der dritten Stufe an (soziale Bedürfnisse). Zudem bedient es den Wunsch nach Anerkennung/ Geltung (Kuck mal wo ich war) und ist ein Teil der Selbstverwirklichung. Wie diese umhesetzt wird, variiert bei jedem Menschen. Ich persönlich habe die Cam auch immer dabei, vergesse aber seit Jahren regelmäßig das Fotos machen und würde es auch nicht online stellen. Nachvollziehen, dass es andere tun, kann ich jedoch.

Das Bild von Mario finde ich persönlich sehr gelungen. Die rechtliche Lage wurde von Steppenwolf zutreffend beschrieben,

Ulfmann
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Re: das recht am eigenen bild...

Beitrag von Ulfmann » Do 12. Jul 2012, 12:56

@crewnah: Ich respektiere deine Forderung und Ansicht voll und ganz, auch wenn ich das etwas anders sehe. Was ich nur sagen wollte ist, dass dein Beitrag einen sehr harschen Tonfall hatte, der hier etwas Aggression in die Debatte gebracht hat, was meiner Meinung nach nicht hätte sein müssen.

Munolf
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Re: das recht am eigenen bild...

Beitrag von Munolf » Do 12. Jul 2012, 13:45

Was die rechtliche Lage betrifft, wär ich mir da nicht so sicher. Die Gesetze wurden gemacht, als es noch keine so hochauflösenden Fotos gab. In diesem Fall hier sind die abgebildeten Personen kein Beiwerk mehr und es wurde auch nicht nur die Masse fotografiert, um das Ausmaß festzuhalten. Es geht bei diesen Bild gerade darum, dass man sich jede Person einzeln anguckt und man könnte es durchaus (von der technischen Realisierung und vor allem von der Auflösung her) als eine Collage von Einzelbildern sehen. Ich könnte mit der Schnappschuss-Funktion über 100 Bilder speichern, die die Rahmenbedingungen eines herkömmlichen Fotos erfüllen würden. Mag sein, dass es aktuell noch keine Urteile im Bezug auf diese Art von Fotos gibt und deswegen auch noch nach alten Recht entschieden würde. Aber ich kann mir eben auch vorstellen, dass die Gesetze irgendwann an die Auflösung angepasst werden (ggf. auch wegen einer einzigen Anklage).

Karti
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Re: das recht am eigenen bild...

Beitrag von Karti » Do 12. Jul 2012, 14:08

Ich denke wenn der Mario wie er selber schon vorgeschlagen hat Pauschal alle Gesichter arg verpixelt, sodass man halt nix mehr sieht sollte eig. n guter Kompromiss für alle gefunden sein. (Wär das im Vorfeld geschehen wäre das natürlich noch besser).

Weil da haben dann alle was von - die die sich selber suchen werden ja wohl wissen mit was für ner Klamotte sie(&und ihre Gruppe) bei Kollektiv Turmstraße rumgelaufen sind und finden sich wieder, "außenstehende" erkennen halt nur n bunten haufen menschen.

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